Großteil der Klötzer sieht der Gefahr durch Corona gelassen entgegen

„Und wenn es mich erwischt ...“

Desinfektionsartikel sind derzeit so gut wie nirgends in Klötze zu bekommen.
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Desinfektionsartikel sind derzeit so gut wie nirgends in Klötze zu bekommen.

Klötze – Eine Kundin reibt sich verwundert die Augen. Die Regale in einem Klötzer Discounter sind leerer als gewöhnlich. „Machen die Leute wirklich Hamsterkäufe?“, fragt sie aus diesem Grund die Kassiererin.

Die rollt unmissverständlich mit den Augen und gibt damit auch gleich die Antwort, was sie von solch einem Kaufverhalten der Kunden hält.

Auf AZ-Nachfrage bestätigt sie: „Die Kunden kaufen tatsächlich mehr als sonst Dosenkonserven und andere länger haltbare Dinge.“ Sie selber, gibt sie offen zu, sehe das als übertrieben an. Dem stimmt auch gleich die Kundin zu. Die ist sich nicht sicher, ob das Coronavirus überhaupt bis nach Klötze kommt oder besser gesagt, relativiert sie ihre Aussage: „Ich kenne niemanden, der infiziert ist oder unter Verdacht steht. Ich gehe auf keine Großveranstaltungen. Ich sehe das relativ gelassen. Und wenn es mich erwischen sollte, dann ist das eben so.“

Anders sieht die Lage für die Kassiererin aus, die, wie ihre Berufskollegen täglich auch, mit unzähligen Menschen in Kontakt kommt. „Das weiß man nie, was der eine oder andere so anschleppt. Aber das weiß man ja auch bei anderen Krankheiten nicht. Ich glaube aber, dass eine Grippewelle viel mehr Gefahren mit sich bringt.“ Ihr Arbeitgeber allerdings sieht das anders. Er hat die strikte Regel herausgegeben, dass sich die Angestellten nach jedem Kundenkontakt die Hände desinfizieren sollen. Davon zeugt auch das Desinfektionsspray, das griffbereit neben der Kasse steht. „Aber nach jedem Kunden? Das ist nicht umsetzbar und das macht hier niemand“, verrät die Kassiererin.

Schaut man sich die Regale in vielen lokalen Geschäften an, bekommt man aber durchaus den Eindruck, dass sich auch die Klötzer mit Desinfektionsartikeln eingedeckt haben. Viel ist nicht mehr zu bekommen. Die Regale sind leer. Wirklich Sinn macht das Desinfizieren der Hände oder von Einkaufswagen allerdings nicht, sagen Experten. Desinfektionsmittel müssen eine Weile einwirken, um einen Effekt zu erzielen. Und die meisten Menschen benutzen es schon grundlegend falsch. Sie sprühen sich das Mittel auf die Hände, verreiben es und meinen, die Hände seien desinfiziert. Das ist aber nicht so.

Im Senioren-Wohnpark Klötze setzt man trotzdem auf das altbewährte Mittel, berichtet Einrichtungsleiter Hartmut Grotehans. Noch bevor Gäste das Haus betreten, werden sie durch ein Schild darum gebeten, die Hände an einem Spender zu säubern. Dieses ist allerdings nicht erst so seit Corona. Überhaupt sieht Hartmut Grotehans die Gefahr in seiner Einrichtung als eher gering. „Wir sind hier auf alles recht gut vorbereitet“, meinte er schon vergangene Woche auf AZ-Nachfrage.

VON BIRGIT STEPHANI

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