Unbekannte schänden fünf Gräber

+
Noch hat die Polizei keine heiße Spur, wer die Zerstörungen auf dem jüdischen Friedhof angerichtet hat.

Uelzen. Er ist durch ein ver-riegeltes Metalltor und einen mannshohen Zaun mit Stacheldraht-Aufsatz geschützt. Trotzdem sind kürzlich Unbekannte auf das Gelände des jüdischen Friedhofes an der Niendorfer Straße eingedrungen und haben dort randaliert. „Es wurden vier Grabsteine umgestoßen und ein weiterer zerbrochen“, berichtet Jan-Olaf Albrecht, Leiter des Kriminaldienstes der Polizei Uelzen, gegenüber der AZ. Der zerstörte Stein ist in der Mitte durchgebrochen. Von Bernd Schossadowski

Die Ermittlungen der Polizei dauern zurzeit an, eine heiße Spur haben die Beamten nach den Worten von Albrecht aber noch nicht. „Es gibt auch noch keine Anhaltspunkte, ob die Tat politisch motiviert ist oder obes sich um bloßes Rowdytum handelt.“ Vergleichbare Taten habe es in jüngerer Zeit auf dem jüdischen Friedhof jedenfalls nicht gegeben.

Auf dem Areal am südlichen Ende der Niendorfer Straße befinden sich insgesamt 37 Grabsteine jüdischer Bürger, die zwischen 1850 bis 1940 gestorben sind. Viele der Steine sind schon sehr alt und morsch. Daher sei es möglich, dass das Grabmal allein durch das Umtreten zerbrochen ist und für die Tat kein Werkzeug notwendig war, erklärt Albrecht.

Für die Beseitigung der Schäden sei der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hannover zuständig, sagt Christine Tietz, Leiterin der Abteilung für Grünflächen und Umwelt bei der Stadt Uelzen. Ihrer Abteilung obliege nur die Pflege der etwa 1000 Quadratmeter großen Friedhofs-Grünfläche.

Zerstörungen dieser Art sind im Landkreis Uelzen keine Seltenheit. „Die sind aber nicht auf jüdische Friedhöfe begrenzt“, betont Albrecht. So wurden beispielsweise am 7. Mai Blumen und Vasen vom städtischen Friedhof an der Scharnhorststraße gestohlen. Inzwischen hat die Polizei zwei junge Männer als mutmaßliche Täter ermittelt. Dabei handelt es sich um einen 16- und einen 19-Jährigen. Zudem hatten Unbekannte im November 2009 drei Grabplatten auf dem städtischen Friedhof zerbrochen (AZ berichtete). Das hatte bei den Hinterbliebenen für Empörung gesorgt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare