Verabschiedung von gwk-Geschäftsführer Ronald Schack / Nachfolger Jens Boetel vorgestellt

„Umzug“ in den Ruhestand

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Bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand sprach Ronald Schack von einem lachenden und einem weinenden Auge. Seine gute Laune unterstrich unter anderem die Stuhl-Besteigung neben seinem deutlich größeren Nachfolger Jens Boetel (rechts).

Uelzen. Kaum eine Personalie im Landkreis Uelzen betrifft so viele Bewohner von Stadt und Kreis: Mit dem Wechsel in der Geschäftsführung bei der Gesellschaft für Wohnungsbau des Kreises Uelzen (gwk) bekommen mehrere Tausend Menschen gewissermaßen einen neuen Vermieter.

Gestern wurde der bisherige Geschäftsführer Ronald Schack im Hotel Deutsche Eiche offiziell verabschiedet – und sein Nachfolger Jens Boetel vorgestellt.

Die Bedeutung des Führungswechsels unterstrich die zahlreich anwesende Lokalprominenz aus Verwaltung, Wirtschaft, Kirche, Handwerk sowie vieler weiterer Institutionen. Aber auch die Zahlen sprechen für sich: Allein in den vergangenen zehn Jahren hat die gwk 34 Millionen Euro in den Bestand der gut 1500 Wohneinheiten im Kreis investiert, von Neubauten wie dem Wohnpark in Ebstorf ganz abgesehen. Geld, von dem insbesondere auch das örtliche Handwerk als Auftragnehmer profitiert.

Angenehm aufgelockert wurde die Feierstunde durch den Humor von Ronald Schack. „Hätten Sie mich eingestellt?“ fragte der beispielsweise und blendete parallel dazu ein Foto von sich aus jungen Jahren ein. Oder er verwies auf seine Familie, die zugesichert habe, ihn im Ruhestand zu Hause auf Händen zu tragen – das aber weder seine berufstätige Partnerin Christina Poniewas noch Kinder viel zu Hause sein werden. Und dann war da noch das Foto von einem Fahrrad mit Kloschüssel statt Sattel – Schack meinte, so oder so ähnlich auch für die Zeiten mit geringerer Mobilität gewappnet zu sein.

Schack, Jahrgang ‘51 und seit 1981 bei der gwk, verbrachte im Grunde sein gesamtes Berufsleben bei der gwk und war seit 2006 alleiniger Geschäftsführer – über weite Teile übrigens mit einem befristeten Vertrag. „Ich stand ständig unter Erfolgsdruck“, ließ er deswegen eine weitere scherzhafte Bemerkung fallen.

Erfolge bescheinigte ihm der Aufsichtsratsvorsitzende der gwk, Claus-Dieter Reese, im Übrigen reichlich. Neben dem Engagement für den Wohnbestand als solchen hob Reese soziale Komponenten wie die Integration von Asylbewerbern hervor. Und als gemeinsamen Erfolg die Verhinderung des Verkaufs der gwk im Zusammenhang mit der Entschuldung des Landkreises, Hauptanteileigner der gwk. In den Händen einer „Heuschrecke“, stark gewinnorientierten Immobilien-Konzerns, wären die gwk Wohnung 2011 sonst wahrscheinlich gelandet.

Landrat Dr. Heiko Blume wählte in seiner Rede die Metapher einer Wohnung für den Ruhestand. Er empfahl Schack, „die Räume mit Leben zu füllen“ und gegebenenfalls Wände einzureißen: „Baurechtliche Vorgaben gibt es für diese Wohnung nicht – nutzen Sie die Freiheit!“.

Nachfolger Jens Boetel, Architekt und Immobilienökonom, stößt vom Rewe-Konzern zur gwk. Der gebürtige Braunschweiger hat im Landkreis ein neues Zuhause gefunden – im gwk-Wohnpark in Ebstorf. Er bedankte sich bei Schack für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Einarbeitungsphase. Ab 1. Mai ist er offiziell der neue gwk-Chef.

Von Steffen Kahl

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