Retter in der Not? / Zelte als Alternative

Umstrittene Heizpilze für Uelzens Gastronomie erlaubt

Heizpilze sind aufgrund ihrer schlechten Klimabilanz umstritten. Im Corona-Winter sollen Gastronomen sie jedoch auch in Uelzen nutzen dürfen, um Gästen Außenplätze anbieten zu können.
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Heizpilze sind aufgrund ihrer schlechten Klimabilanz umstritten. Im Corona-Winter sollen Gastronomen sie jedoch auch in Uelzen nutzen dürfen, um Gästen Außenplätze anbieten zu können.

Uelzen – Klimakiller oder Hoffnungsträger für Gastronomen? Heizpilze sind aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs und der CO2-Emission umstritten, können Restaurantgästen aber ermöglichen, draußen zu sitzen – hier ist das Risiko, sich mit Corona anzustecken, meist geringer als im Innenraum.

Auch Uelzener Gastronomen haben die Möglichkeit, Heizpilze einzusetzen, ein Verbot besteht im Gegensatz zu vielen anderen Städten nicht.

Stadt-Sprecherin Ute Krüger betont, dass eine Bewirtschaftung an der frischen Luft den Gastronomen wirtschaftlich helfen könne und auch hinsichtlich des Infektionsrisikos von Vorteil sei.

Dehoga und Nabu sehen Notwendigkeit

Diesen Vorteil sieht auch Karl-Heinz Köhler vom Uelzener Nabu. Die Heizpilze seien zwar „energetisch gesehen unsinnig“, er habe aber Verständnis für die Gastronomen: „Da muss man mal ein Auge zudrücken. Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen.“ Auch für die Tierwelt seien die Heizpilze nicht mehr gefährlich: Normalerweise würden etwa Insekten von der Wärme angezogen, doch finde derzeit sowieso das natürliche Insektensterben des Herbstes statt. Heizpilze seien da wenig störend, erklärt Köhler.

Michael Schwarz, erster Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Uelzen, weiß ebenfalls um die Vorteile von Heizpilzen, wobei eine Nutzung immer im Einzelfall entschieden werden sollte. Und: „Nur Heizpilze bringen wenig“, betont Schwarz mit Blick auf regnerisches Wetter. So begrüßt Schwarz die jetzt von der Hansestadt gegebene Möglichkeit, Zelte aufzustellen. Diese könnten noch eher als Heizpilze möglichen Einnahmeverlusten vorbeugen.

Zelte mit Auflagen möglich

Das Aufstellen von Zelten ist jedoch mit Auflagen verbunden. „Es wird Bereiche geben, die eine Zeltlösung nicht zulassen, zum Beispiel dort, wo Blumenkübel, Bäume oder Wochenmarktstände stehen“, erklärt Sandy Naake von der Pressestelle der Hansestadt auf AZ-Nachfrage. Zudem müssen in den Marktstraßen 2,5 Meter des Gehweges frei bleiben. Auch Bodenplatten sind erforderlich, da die Zelte nicht auf dem Gehwegs- oder Straßenpflaster befestigt werden dürfen. Darüber hinaus sind Heizpilze in den Zelten verboten.

Wer ein Zelt aufstellen möchte, kann sich per Telefon unter (0581) 800 63 52 oder per E-Mail an thorsten.dahms@stadt.uelzen.de melden. VON DANIEL BIELING

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