Bau-Verzögerung bei Kirchweyhe / Soltendiecker Firma wartet auf Zusage

Umgehung: Fall fürs Gericht

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Bau-Verzögerung bei Kirchweyhe.

Uelzen. Beim Bau der Ortsumgehung Kirchweyhe kommt es zu erheblichen Verzögerungen. Die Landesbehörde für Straßenbau hat nach einer europaweiten Ausschreibung zwar dem Soltendiecker Bauunternehmen Kaupke für die Erd- und Straßenbauarbeiten eine Zusage unter Vorbehalt einer Prüfungsfrist erteilt.

Ein unterlegener Konkurrent in diesem Ausschreibungsverfahren hat allerdings Beschwerde eingereicht, wie Dirk Möller, Leiter der Straßenbaubehörde in Lüneburg, auf AZ-Nachfrage bestätigt. Der Fall wird nun vom Oberlandesgericht in Celle geprüft. Nach AZ-Informationen ist die Firma, die den Wettbewerb schon verloren zu haben schien, ein großes Bauunternehmen aus dem Freistaat Thüringen. Die Vergabekammer Niedersachsen in Lüneburg, die den Einwand des Konzerns offenbar für berechtigt hält, soll Einspruch eingelegt haben, weil im Nachhinein Fehler in der Ausschreibung festgestellt worden seien. Möller selbst möchte auf die Beschwerdepunkte, mit denen sich nun die Juristen in Celle befassen, nicht eingehen, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

Die Erd- und Straßenbauarbeiten für die Ortsumgehung hätten bereits am 18. November beginnen sollen – ob und wann Jens Kaupkes Bauunternehmen loslegen kann, ist aber immer noch offen. „Heimische Firmen stehen im Regen“, ärgert sich der Soltendiecker Geschäftsführer und hofft auf ein baldiges Ergebnis in Celle. „Das Land Niedersachsen möchte uns den Auftrag geben“, sagt er, „aber die Behörden stehen sich gegenseitig im Weg.“ Vor dem Hintergrund dieser bürokratischen Hürden appelliert er an die Politik, die Vergabeverfahren zu vereinfachen.

Folge dieser Nachprüfungen seien voraussichtlich wachsende Kosten, schätzt er. Im vergangenen Jahr hatte das Land noch mit insgesamt knapp zehn Millionen Euro Kosten für die zwei Kilometer lange Ortsumgehung gerechnet. Es könne sein, dass die Baukosten weiter steigen, gibt Kaupke zu bedenken. Er selbst wolle sein Angebot deswegen zwar nicht erhöhen, aber noch sei nicht klar, ob er den Zuschlag letztendlich erhalte.

Dirk Möller, Leiter Straßenbaubehörde in Lüneburg, zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Wir gehen davon aus, dass es trotz dieser Verzögerung möglich ist, den Termin zu halten.“ Beim Spatenstich für die Vorbereitungen für die neue Ortsumgehung im Jahr 2012 hatten die Beteiligten noch damit gerechnet, dass am 14. Mai 2014 die ersten Autos über die Fahrbahn rollen können.

Unterdessen gehen die Arbeiten für die Verknüpfung der künftigen Ortsumgehung mit den Bundesstraßen weiter. Der Kreisverkehr und zwei Bauwerke sind fertig, am dritten Standort an der Emmendorfer Straße wird noch gearbeitet, bestätigt Möller.

Von Diane Baatani

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