AZ-Wetterexperte: Der Sommer kommt in Fahrt – aber mit Schönheitsfehlern

Umbau der Großwetterlage

Ein Ende der Dauer-Schauer ist in Sicht: Pünktlich zum Ferienbeginn bessert sich die Wetterlage im Landkreis Uelzen. Foto: Wendlandt

Uelzen/Landkreis. Sechs Wochen Ferien stehen vor der Tür. Doch das dazu passende Sommerwetter ist schon wochenlang überfällig.

Seit Anfang Juni geben sich fast ununterbrochen atlantische Tiefdruckgebiete und deren Ausläufer die Klinke in die Hand, die einen Schaukelsommer aufrecht erhalten, der immer wieder zwischen April- und Herbstwetter hin- und hertaumelt.

So war der Juli im Kreis Uelzen bis zum 18. des Monats zwar normal warm, brachte beispielsweise in Uelzen aber schon 89 Prozent (61 Liter/qm) der für den ganzen Monat üblichen Regenmenge. Völlig zu schweigen von der Sonne, die mit 81 Stunden ihr Monatssoll erst zu 40 Prozent erfüllen konnte.

Kaum zu glauben, aber wahr: Rechtzeitig zum Start in die Sommerferien kommt nun tatsächlich der Sommer in Fahrt. Exakt mit Beginn der Hundstage, der durchschnittlich wärmsten Zeit des Jahres zwischen dem 23. Juli und 23. August, erreicht uns am Montag ein kräftiger Ableger des Azorenhochs. Er wird im weiteren Verlauf als eigenständige Hochzelle über Mitteleuropa nach Osten wandern. Damit wird der Weg für Sommerluft aus Südwesten frei, die zumindest die erste Wochenhälfte bis an die Küsten hinauf deutlich sonniger und wärmer gestalten wird als bisher. Bereits am Wochenende macht sich die Wetterumstellung durch zunehmenden Sonnenschein, kaum Regen, aber immer noch kühle 18 bis 20 Grad bemerkbar. Montag sind im Kreisgebiet 23 bis 24 Grad drin, am Dienstag sogar sonnige 25 Grad oder mehr.

In der zweiten Wochenhälfte scheint es aus Nordwesten schon wieder kühler zu werden, sodass bei vereinzelten Schauer oder auch mal einem kurzen Gewitter die Temperaturen nur noch 20 Grad erreichen. Ganz im Sinne der Siebenschläferregel, die uns schon vor einiger Zeit einen wechselhaften und nur mäßig warmen Hochsommer angekündigt hat. Was dann zum Wochenende und Richtung Monatswechsel passiert, ist angesichts des gerade stattfindenden Umbaus der Großwetterlage noch offen. Sowohl ein längeres Durchsacken des Ferienwetters, als auch ein neuerlicher Finger des Azorenhochs, der uns viel Sonne und Badefreuden bringt, liegt im Bereich des Möglichen. Für die wärmere Variante spräche die Erfahrung. Denn drei feuchtkühle Sommermonate in Folge sind ausgesprochen selten. Dies gilt übrigens umgekehrt auch für die Variante „Hitzesommer“, der in aller Regel bestenfalls zwei Monate durchhält.

Fazit: Badehungrige sollten auf Nummer sicher gehen und zum Sprung ins kühle Nass die erste Wochenhälfte nutzen. Und auch die Landwirte können sich freuen: Öffnet sich ab Sonntag doch endlich nach langer Zeit für drei bis vier Tage das ersehnte Fenster für eine trockene Getreide- und Heuernte.

Von Reinhard Zakrzewski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare