Kalenderbilder voller Geschichte(n)

Ulrike Bals und Georg Lipinsky haben die neuen Motive für den Uelzener Adventskalender gestaltet

+
Noch sind die Motive abgedeckt: Ab Sonnabend werden die Bilder mit Szenen und Menschen aus der Stadtgeschichte enthüllt. Es ist ein Projekt von Ulrike Bals und Georg Lipinsky. 

Uelzen – Die beiden können jetzt die Tage an einer Hand abzählen. Nach fast zwei Jahren der Vorbereitungen kommt für Ulrike Bals und Georg Lipinsky der Moment, an dem ihre Arbeit sichtbar wird. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Von Sonnabend an werden täglich von ihnen für den Adventskalender am Alten Rathaus gestaltete Motive enthüllt. „Wir richten in den Bildern den Spot auf die Uelzener Geschichte“, sagt Bals.

Dass sich die neuen Kalendermotive mit der Geschichte Uelzens auseinandersetzen, kommt nicht von ungefähr. 2020 feiert die Stadt ihren 750. Geburtstag. Das tägliche Enthüllen eines Stücks Stadtgeschichte im Advent ist eine Einstimmung auf das anstehende Jubiläum.

Gestern hat eine Firma damit begonnen, die Bilder an den Fenstern des Alten Rathauses anzubringen – sie sind noch verdeckt. Allzu viel soll auch noch nicht verraten werden. Die Spannung solle erhalten bleiben, sagen Georg Lipinsky und Ulrike Bals. Aber so viel lassen sie durchblicken: Besondere Ereignisse wie die Brände, die die Stadtgeschichte maßgeblich prägten, aber auch bedeutsame Persönlichkeiten werden dargestellt. Jedes Motiv ist im Spektrum einer Farbe entstanden. In der Summe werde der Kalender aber sehr farbenreich, meint Ulrike Bals.

Für jedes Bild ist auch – wie aus mittelalterlichen Tafelbildern bekannt – ein kurzer Text entstanden, der grafisch eingebunden wurde. Die Engel am Adventskalender, so ist es geplant, werden die Texte jeweils vortragen.

Georg Lipinsky ist seit vielen Jahrzehnten künstlerisch in der Stadt tätig, engagiert sich für den Bund Bildender Künstler (BBK), der zuletzt auch die Märchenmotive für den Kalender gestaltete. Ursprünglich hatte er die Idee, neue Märchenmotive für den Kalender zu entwickeln. Durch das anstehende Jubiläum sei aber im Gespräch mit dem Bürgermeister die Idee zur Darstellung der Uelzener Stadtgeschichte entstanden. Und Lipinsky hatte gleich eine Idee, wen er mit ins Boot holen könnte: Ulrike Bals. Arbeiten von ihr sind in der Stadt bereits zu entdecken – in Form von Flyern und Plakaten. Die studierte Architektin entwickelte 2017 für die Hansestadt ein Corporate Design.

Das Duo macht sich im Frühjahr 2018 ans Werk. Lipinsky, der hauptberuflich Geschichtslehrer war, liefert sein Wissen über Uelzen. Beide „graben“ sich aber noch einmal richtig tief in die Geschichte, lesen sich ein, „sichten Bilder und Postkarten“, wie sie berichten. Bis Anfang November sind so schließlich 26 Motive entstanden, die dann im Großformat für den Kalender auf Banner gedruckt wurden.

Lipinsky und Bals wissen: 750 Jahre lassen sich nicht in wenigen Bildern einfangen. Darum gehe es aber auch nicht. „Wir wollen neugierig machen auf Uelzener Geschichte und Geschichten“, sagt Bals.

VON NORMAN REUTER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare