Ukraine-Projekt der Stadtwerke: Aufsichtsrat beauftragt externen Wirtschaftsprüfer

Stadt schreibt Gutachten aus

Ein Wirtschaftsprüfer soll, wie berichtet, die Beteiligung des hiesigen Energieversorgers an der Sustainable Bio Energy ( SBE) Holding bleuchten, die ein Landwirtschaftsprojekt in der Ukraine betreibt.

Uelzen. Ein Wirtschaftsprüfer soll, wie berichtet, die Beteiligung des hiesigen Energieversorgers an der Sustainable Bio Energy (SBE) Holding bleuchten, die ein Landwirtschaftsprojekt in der Ukraine betreibt.

Auf Nachfrage der AZ teilt Uelzens Bürgermeister Otto Lukat als Aufsichtsratschef der Stadtwerke mit, dass die externe Untersuchung der SBE-Beteiligung „aufgrund des Umfangs der Tätigkeiten ausgeschrieben“ würde.

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Lukat will neutrale Fakten

Auftraggeber für das Gutachten, das der Wirtschaftsprüfer erstellen soll, werde der Aufsichtsrat der Stadtwerke Uelzen sein. „Dieser“, so kündigt Lukat an, „wird auch das Prüfungsunternehmen auswählen.“ Die Kosten für das Gutachten könnten derzeit noch nicht beziffert werden, da sie abhängig vom Ergebnis der Ausschreibung seien.

Welche genauen Ziele die externe Wirtschaftsprüfung verfolgen soll, „insbesondere über den Verlauf des Projektes und die Entscheidungsprozesse“, so Lukat, das werde zurzeit vom Beteiligungsmanagement der Stadt Uelzen erarbeitet. Die daraus resultierenden Inhalte für einen Auftrag würden dann dem Aufsichtsrat der Uelzener Stadtwerke in seiner nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt.

Die Zukunft des SBE-Projekts in der Ukraine, an dem die Stadtwerke Uelzen mit 25 Prozent beteiligt sind, ist unterdessen noch völlig offen. Sowohl ein Verkauf der Uelzener Gesellschaftsanteile, als auch die Veräußerung der gesamten Holding – bei der die Stadtwerke Schwäbisch Hall Mehrheitsgesellschafter sind – und die Fortführung des Projekt seien laut Lukat Optionen. Sollte sich der Mehrheitsgesellschafter allerdings für weitere Investitionen aller Beteiligten in das Projekt der SBE entscheiden, müssten die Uelzener Stadtwerke aussteigen. Die wahrscheinliche Folge: ein Verlust von 5,1 Millionen Euro, wie der Aufsichtsratsvorsitzende kürzlich gegenüber der AZ andeutete. Insgesamt würde sich der Verlust allerdings auf 6,8 Millionen Euro aufsummieren, da die Uelzener bereits 1,7 Millionen Euro hatten abschreiben müssen.

Weitere 1,7 Millionen Euro, die die Stadtwerke Uelzen als Rückzahlung aus Darlehenszinsen und einem Rapsölliefervertrag von der SBE fordern, stehen indes noch aus. Dazu sei „bis jetzt kein Zahlungseingang bekannt“, informiert Otto Lukat auf AZ-Nachfrage. Kürzlich hatte er noch erklärt, dass der Aufsichtsrat zugestimmt habe, auch rechtlich dagegen vorzugehen. „Es werden alle erforderlichen Schritte eingeleitet werden, um die Forderung durchzusetzen“, soLukat.

Von Ines Bräutigam

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