Von Woche zu Woche

Schwarmintelligenz statt Klein-Klein

Norman Reuter

Es war Uelzens Stadträtin Silja Eichmann-Bartels, aus deren Mund nach der Vorstellung des neuen Tourismuskonzeptes für den Kreis im Wirtschaftsförderungsausschuss der Stadt das Wort „Danke“ nur so heraussprang. Das Konzept sei, so sagte sie, genau das, was die Region benötige.

Norman Reuter

Szenenapplaus von den Ausschuss-Mitgliedern, und einem selbst schoss durch den Kopf: Das ist ein Aufbruch zu neuen Ufern, bei dem die Region zwischen Bienenbüttel und Bad Bodenteich richtig vorankommen kann. Die Vorteile des geplanten Touristischen Dienstleistungszentrums (TDZ) mit dem Titel „VitalHeide“ liegen auf der Hand: Kein Klein-Klein mehr, sondern ein gemeinsames Handeln aller Touristiker im Kreis. Während jede Kommune und touristische Organisation bislang für sich wurschtelte – versuchte das Beste herauszuholen, aber auch an die finanziellen Möglichkeiten gebunden war –, lässt sich durch einen Pool an Mitarbeitern, die Hand in Hand arbeiten, schlicht mehr erreichen. Im Online-Bereich wird von einer Schwarmintelligenz gesprochen, was nichts anderes bedeutet, als dass das zusammengetragene Wissen von vielen auch viel größer ist. Beim Dienstleistungszentrum können die Tourismus-Experten künftig ihr Wissen miteinander teilen. Die dadurch entstehenden Synergieeffekte – ein fürchterliches Wort – waren auch Ausgangspunkt für die Überlegungen zum TDZ.

Ein gemeinsames Agieren bringt auch mit sich, dass sich der Blick der Touristiker weitet. Gebiete, die bislang nicht so sehr im Fokus standen, profitieren womöglich stärker durch den Tourismus in der Region, indem sie bei Publikationen und bei Marketing-Maßnahmen mehr Berücksichtigung finden. Damit: Alles schön, alles schick. Kein Grund für Schwarzmalerei, oder? Ein Haar in der Suppe gibt es vielleicht doch. In kleineren Einheiten sind schneller Lösungen zu finden als in größeren Gruppen. Denn je mehr Mitglieder – oder wie beim TDZ: Kooperationspartner – es gibt, umso mehr unterschiedliche Meinungen müssen unter einen Hut gebracht werden. Im Ausschuss für Wirtschaftsförderung in Uelzen fiel schon die Frage nach dem Stimmengewicht einzelner Kooperationspartner. Wenn das neue Konzept Erfolg haben soll, dann darf es bei den Kooperationspartnern, Kommunen und tourstische Organisationen, nur ein Miteinander und kein Gegeneinander geben.

Von Norman Reuter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare