Elternwahl treibt Uelzener Fraktionen um / Blick auf die Lucas-Backmeister-Schule in Kernstadt

Uelzens Schulbezirke: Stadtpolitik will weiter gehen

In der Debatte um Schulbezirke rückt die Lucas-Backmeister-Schule in den Fokus der Politik. Es gibt eine Abwanderbewegung.
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In der Debatte um Schulbezirke rückt die Lucas-Backmeister-Schule in den Fokus der Politik. Es gibt eine Abwanderbewegung.

Uelzen – Die Fraktionen und Gruppen im Uelzener Rat beraten bereits, wie sie mit dem Vorstoß der Verwaltung, die Schulbezirke für Veerßen und Molzen neu zuzuschneiden, umgehen wollen.

Und es zeigt sich, die Politik sieht Handlungsbedarf, aber engere Grenzen für Schulbezirke zu ziehen, das greift ihr zu kurz. Die SPD-Fraktion im Rat hat sogar bereits einen Antrag gestellt.

Wie berichtet, war das Thema Schulbezirke von der Stadt aufs Tapet gebracht worden, weil der zurzeit geltende Zuschnitt für Veerßen und Molzen Eltern eine größere Wahlmöglichkeit bietet. So kommt es zu Wanderbewegungen – vor allem nach Veerßen, wo inzwischen die Kapazitätsgrenze erreicht ist, während andernorts Schulräume leer stehen. Das trifft in erster Linie auf die Lucas-Backmeister-Schule zu. 58 Kinder, die dort eigentlich unterrichtet werden sollten, besuchen zurzeit andere Schulen. Bei ihren Beratungen werfen Politiker den Blick auf die Lucas-Backmeister-Schule, stellen sich die Frage, warum Eltern die Wahlmöglichkeit nutzen und anderen Bildungseinrichtungen den Vorzug geben. Räumlich liegt Veerßen am nächsten zur Lucas-Backmeister-Schule.

Nicht das Symptom, sondern die Ursache muss behoben werden, findet die SPD, und erklärt, dass die Gründe für die Wanderbewegungen beleuchtet werden müssten. In einem zu bildenden Arbeitskreis sei beispielsweise zu untersuchen, ob eine der Ursachen der Abwanderung von der Lucas-Backmeister-Schule im hohen Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund zu finden sei, erklärt gestern SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Knust. In einem jetzt gestellten Antrag machen sich die Sozialdemokraten dafür stark, dass die Lucas-Backmeister-Schule so aufgewertet wird, dass sie für Schüler, Eltern und Lehrer attraktiv ist. Dazu soll ein Konzept entwickelt werden.

Auch die CDU im Rat will die Debatte grundsätzlicher führen, wie Fraktionsvorsitzender Markus Hannemann erklärt, will sich ebenfalls mit den Gründen für die Wanderbewegungen und mit der Lucas-Backmeister-Schule befassen. Ein Antrag wolle seine Fraktion in der kommenden Woche vorlegen, kündigt Hannemann an.

Eine abschließende Auffassung hat die Gruppe aus Grünen, FDP, Linke und Piraten noch nicht zum Thema. Gruppenvorsitzender Karl-Heinz-Schmäschke treiben nach eigenem Bekunden auch die Abwanderbewegungen von der Lucas-Backmeister-Schule um. Mit Blick darauf, dass in der Innenstadt noch Wohnraum geschaffen werde, brauche es eine starke Stadtschule, sagt er.

Der Veerßer Schule droht derweil bereits zum nächsten Schuljahr ein Überlaufen. Schmäschke kann sich hier kurzfristig eine Container-Lösung vorstellen. Veerßer hätten auch angeboten, dabei zu helfen, damit die Kosten geringer ausfallen. 65 000 Euro, so hatte die Stadt erklärt, solle das Aufstellen im ersten Jahr kosten. Auch Markus Hannemann (CDU) bringt Container als Übergangslösung ins Spiel.

Derweil gehört zum Antrag der SPD, die Grundschule in Veerßen in eine einzügige, offene Ganztagsschule umzuwandeln. Veerßen und Molzen sind die einzigen Grundschulen ohne Ganztagsangebot. Als Ganztagsschule würde Veerßen mit anderen Schulen gleichgestellt. Als einzügige Variante müssten auch nur Schüler aufgenommen werden, bis eine Erste Klasse gefüllt ist.

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