„Die Spitzen herausnehmen“

Uelzens Polizei setzt auf intensive Tempokontrollen: Schwerpunkt Hoystorfer Berg

Eine Polizeibeamtin misst die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs. Auch auf der Bundesstraße 4 im Landkreis wird es weiterhin intensive Kontrollen geben.
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Eine Polizeibeamtin misst die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs. Auch auf der Bundesstraße 4 im Landkreis wird es weiterhin intensive Kontrollen geben.

Uelzen/Eppensen – Unfälle, Raserei, haarsträubende Situationen: Die Bundesstraße 4 auf Höhe des Hoystorfer Bergs bleibt ein riskanter Abschnitt. Die Polizei misst dort inzwischen regelmäßig das Tempo.

Immer wieder werden dabei Fahrer gestoppt, deren Verhalten nichts mehr mit Kavaliersdelikten zu tun hat. Erst am Sonntag raste ein 40-Jähriger mit 169 Stundenkilometern durch den dortigen Tempo-100-Bereich.

Der Mann gehörte zu insgesamt 14 Fahrern, die der Polizei innerhalb von nur 60 Minuten extrem auffielen: Sie waren allesamt so schnell unterwegs, dass sie jetzt mit einem Fahrverbot rechnen können.

Deswegen, betont Polizeisprecherin Antje Freudenberg, werde dort auch weiterhin intensiv kontrolliert: „Es geht uns darum, die Spitzen herauszunehmen. Denn dadurch entstehen die gefährlichsten Situationen. Das Risiko steigt überproportional an.“

Wenn jemand – wie erst vorige Woche – dort mit 183 Stundenkilometern langrase, sei das mit nichts mehr zu entschuldigen: „Wenn ein Autofahrer einen Lastwagen überholen will und sieht, dass weit entfernt jemand entgegenkommt, schätzt er die Distanz ab. Wenn der Entgegenkommende aber Tempo 170 und mehr drauf hat, wird das sehr schnell sehr gefährlich, weil man damit einfach nicht rechnet.“

Ein Sprecher des Landkreises Uelzen: „Eine Temporeduzierung auf der B4 am Hoystorfer Berg ist seitens des Landkreises Uelzen aktuell nicht geplant.“ Das, pflichtet Polizeisprecherin Freudenberg bei, sei auch nicht die Lösung für das lange bestehende Problem: „Der vierspurige Ausbau ist ja gerade dafür gedacht, dass man dort an den Lastwagen vorbeikommt.“

Allerdings nutze mancher Verkehrsteilnehmer den Bereich, um unverhältnismäßig aufs Gaspedal zu treten. Der Landkreis-Sprecher: „Wir bitten die Polizei, dort weiter intensiv zu kontrollieren.“ Fraglich sei der Erfolg einer solchen Kontrolle allerdings bei Durchreisenden, die die Strecke nur ein Mal passierten. In solchen Fällen werde der Lerneffekt eher gering sein.

Antje Freudenberg: „Wir werden weiterhin auf der ganzen B4 im Kreisgebiet kontrollieren. Erst am Dienstagmorgen haben Kollegen auf Höhe Kirchweyhe gemessen. Der schnellste Fahrer war mit Tempo 140 unterwegs.“

Der Abschnitt am Hoytorfer Berg bei Tätendorf-Eppensen bleibt aber noch aus einem anderen Grund so gefährlich: Es gibt dort mehrere Zufahrten auf die Bundesstraße, unter anderem aus Richtung Barum und Emmendorf. Die Polizeisprecherin: „Wenn jemand da mit nicht angepasster Geschwindigkeit langrast, wird es eng.“ Auch deswegen werde es dort weiterhin intensive Kontrollen geben. Allerdings stelle sich die Frage, ob jemand, der dort mit Tempo 170 geblitzt werde, nicht schon vorher auf anderen Bereichen der Bundesstraße 4 mit weit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei.

VON MICHAEL MICHALZIK

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