Schutzausrüstung für Einsätze

Uelzens Polizei schottet sich ab: Keine Betriebsfremden dürfen in die Dienststelle

Betriebsfremde haben keinen Zugang mehr zum Polizeigebäude. Bislang hat es noch keinen Kontakt mit einem Corona-Infizierten gegeben – in einem solchen Fall müsste es dann beispielsweise eine Desinfizierung der Arrestzellen geben.
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Betriebsfremde haben keinen Zugang mehr zum Polizeigebäude. Bislang hat es noch keinen Kontakt mit einem Corona-Infizierten gegeben – in einem solchen Fall müsste es dann beispielsweise eine Desinfizierung der Arrestzellen geben.

Uelzen – Abstand zu den Mitmenschen – in der derzeitigen Situation eine selbstverständliche Sache. Aber was ist, wenn man sich Distanz mitunter nicht aussuchen kann? Streifenbeamte gehören zu den Berufsgruppen, die manchmal sehr nah am Bürger sein müssen.

„Wir haben eine umfassende Grundausstattung an Masken, Anzügen und Brillen. Wenn wir jemanden entsprechend behandeln müssen, packen wir alles ein“, erklärt Ralf Munstermann, Leiter Streifendienst bei der Polizei in Uelzen.

Jedem Beamten sei außerdem freigestellt, sich mittels Mund-Nase-Maske zusätzlich zu schützen: „Abstand und Hygiene, darauf kommt es im Moment einfach an.“

Ralf Munstermann, Leiter Streifendienst.

Das Uelzener Polizeikommissariat, ein schmucker Neubau an der Straße An der Zuckerfabrik, hat sich nach außen abgeschottet – wie alle anderen öffentlichen Gebäude in dieser Zeit: „Wir lassen keinen Betriebsfremden auf die Dienststelle“, hält Erster Hauptkommissar Munstermann fest: „Wenn ein Bürger eine Anzeige erstatten will, verweisen wir auf unsere Online-Dienste. Wenn es nicht anders geht, kommen wir hin – und notieren mit zwei Metern Abstand wie früher in den Block.“

Bislang hat es noch keinen polizeilichen Kontakt zu offiziell an Corona erkrankten Mitmenschen gegeben: „Dann müssten wir sehen. Einen für den Transport genutzten Streifenwagen würden wir bis zur Desinfizierung beiseitestellen. Auch die Arrestzellen müssten dann entsprechend behandelt werden, dafür gibt es jedoch keine grundlegende Lösung.“

Aber das war in den vergangenen beiden Wochen, in der ersten Zeit des harten Shutdowns, kein Problem: „Die Menschen verhalten sich einsichtig und zivilisiert. Nur dann und wann müssen einzelne Unbelehrbare von uns angesprochen werden. Die üblichen Treffs haben wir erst einmal aufgelöst.“

Zwei Polizeibeamte sind an Corona erkrankt – aber außerhalb ihrer Arbeitsplätze bei der Polizei: „Die Kollegen hatten hier keinen Kontakt zu ihnen.“

Das Kommissariat Uelzen arbeitet intern ohne Beeinträchtigungen, aber streng nach dem Gebot der Abstands- und Hygienevorschriften in Zeiten der Corona-Pandemie. Für den Fall, dass es zu einer Erkrankung kommen sollte, sind Notfall-Einsatzpläne erstellt: „Damit wir einsatzfähig bleiben.“

VON MICHAEL MICHALZIK

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