Parkplätze am Albrecht-Thaer-Gelände „zusätzliche Belastung für Pendler“

Uelzens Politiker fordern Neubau

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Das Parkhaus am Bahnhof ist abrissreif.

Uelzen – Werktags, 14 Uhr: Im Erdgeschoss des Parkhauses reiht sich ein Auto an das andere, lediglich auf dem oberen Deck sind vereinzelt noch ein paar Stellplätze frei.

Keine Frage: Die Park- palette neben Uelzens Hundertwasser-Bahnhof wird, vor allem von Pendlern, rege genutzt.

Wo sie künftig ihre Autos parken werden, soll heute ab 16.30 Uhr in einer gemeinsamen Sitzung des Bauauschusses und des Betriebsausschusses Gebäudewirtschaft geklärt werden. Denn eines steht fest: „Statiker kamen zu dem Ergebnis, dass gravierende Mängel eine Sanierung unmöglich machen“, bestätigt die Pressesprecherin der Stadt, Ute Krüger. Das marode Parkhaus soll voraussichtlich im Februar 2020 geschlossen werden, der Abriss zeitnah darauf erfolgen.

Ein Gutachter wird heute Abend drei mögliche Varianten vorstellen, wie das Parken am Bahnhof dann geregelt werden könnte:

Variante 1 sieht den Neubau eines mehrgeschossigen Parkhauses am jetzigen Standort mit, wie bisher, 400 Stellplätzen vor. Der Neubau würde nach ersten Berechnungen sieben Millionen Euro kosten. Dafür würde das derzeitige Parkangebot für Pendler erhalten bleiben.

Variante 2 beinhaltet einen Parkplatz am jetzigen Standort des Parkhauses mit 300 Stellflächen für Autos. Um weiter genug Parkmöglichkeiten für Pendler

„Die Pendler sind schon genug gebeutelt.“

Markus Hannemann, CDU

vorzuhalten, sieht diese Variante 150 weitere Stellplätze am Albrecht-Thaer-Gelände vor. Pendler, die dort parken, müssten dann täglich einen Fußweg von jeweils – hin und zurück – zehn Minuten in Kauf nehmen. Das wäre mit 2,5 Millionen Euro die günstigste Option.

Variante 3 ist eine Kombination aus Parkhaus und Parkplatz: 300 Stellplätze würde es in einer mehrgeschossigen Parkpalette geben, weitere 100 auf einem ebenerdigen Parkplatz am Bahnhof. Die Kosten: rund 6,8 Millionen Euro.

Die Stadt betont, dass es sich bei den genannten Kosten lediglich um eine erste Berechnung handelt. Sieben Millionen Euro sind im Etat 2019 der Gebäudewirtschaft für den Abriss des alten Parkhauses und den Neubau eingeplant. Für alle drei Modelle könne man jedoch mit Zuschüssen aus verschiedenen Töpfen von bis zu 60 Prozent der Baukosten rechnen.

Rege genutzt werden die Stellplätze der Parkpalette.

Derweil ist sich Uelzens Politik weitestgehend einig, dass Parkplätze am Albrecht-Thaer-Gelände keine Lösung sind. „Die Pendler sind schon genug gebeutelt“, befindet Markus Hannemann (CDU). „Wenn man morgens durch den Regen laufen muss, ist der Tag schon gelaufen.“ Darum unterstütze die CDU-Fraktion geschlossen einen Neubau. „Wir wollen keine zusätzliche Belastung für die Pendler.

Karl-Heinz Günther, CDU-Vorsitz

Das sieht auch der Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Günther so, der klarstellt: „Ein Kellergeschoss bei einem Neubau, so wie es die Verwaltung als Vorschlag gemacht hat, wollen wir nicht. Das treibt nur die Kosten in die Höhe.“ Besser sei es, ein mehrstöckiges Parkhaus mit Dach zu bauen, auf dem eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden könnte.

Karl-Heinz Schmäschke, Vorsitz Grünen/FDP/Linken/Piraten-Gruppe

„Ein in allen Etagen überdachtes Parkhaus ist für mich kein Luxus, sondern ein Beitrag zur Sicherheit“, sagt der Vorsitzende der Grünen/FDP/Linken/Piraten-Gruppe, Karl-Heinz Schmäschke, und kritisiert, dass die Verwaltung einen Neubau im Sinne von Variante 1 als nicht tragbar darstellt, weil er jährlich mit bis zu 85.000 Euro bezuschusst werden müsse. Weiter sagt er: „Die Politik wird mit dem Hinweis auf Fördergelder unter Zeitdruck gesetzt.“

So soll die endgültige Entscheidung bereits am Montag, 18. März, im Verwaltungsausschuss fallen – weniger als drei Wochen nach Bekanntgabe der Planungen.

VON SANDRA HACKENBERG

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