Künftige HVV-Tarife / UWG-Stadtratsherr unterstützt Anschluss

Uelzens Lage bewerben

UWG-Stadtratsherr Delekat ist sicher, dass mit dem HVV-Anschluss die gefühlte Nähe zu Hamburg wächst. Foto: dpa

Uelzen. Für Landrat Dr. Heiko Blume ist er nur ein erster Schritt in Richtung Vollbeitritt: der Übergangstarif zum Hamburger Verkehrsverbund, den die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses, wie berichtet, mehrheitlich empfohlen haben.

Profitieren werden davon ausschließlich Pendler mit Jahresabos, Monats- oder Wochenkarten – doch wie genau sieht die Tarifgestaltung aus?.

Mit dem Übergangstarif könnten Pendler aus Uelzen, die eine Monatskarte haben, für 265,60 Euro zum Hamburger Hauptbahnhof fahren. Bislang wurden dafür nicht nur zwei Tickets – eins für die Bahn und eins für den HVV – fällig, sondern auch insgesamt 313,40 Euro. Starten die Pendler in Bad Bevensen gen Hamburg, wären es mit dem Übergangstarif 257,70 Euro (bislang 288,70 Euro), ab Bienenbüttel wären 240,70 Euro zu zahlen (bislang 252,60 Euro). Schüler und Studenten mit einer Monatskarte zahlen von Uelzen bis Hamburg/Hauptbahnhof mit dem Übergangstarif 239,30 Uhr (statt 253,30 Euro), für die Strecke Bad Bevensen-Hamburg/Hbf 219,40 Euro (statt 223,40 Euro) und für die Strecke Bienenbüttel-Hamburg/Hbf 186,30 Euro (statt 191,20 Euro).

Indes gibt es erste Reaktionen auf die Entscheidung im Wirtschaftsförderungsausschuss: So hält UWG-Stadtratsherr Joachim Delekat die Empfehlung, den Übergangstarif in den HVV einzuführen, für „eine strategisch richtige Entscheidung“. „Nicht nachvollziehbar bzw. kurzsichtig“ finde er derweil die Meinungen der CDU-Vertreter, die – wie berichtet – die Verhältnismäßigkeit angezweifelt und sich gegen den Übergangstarif ausgesprochen hatten. Nach Meinung Delekats berücksichtigten sie verschiedene Aspekte nicht: den prognostizierten Bevölkerungsschwund um 15 Prozent bis 2030, die zunehmende Wohnungsnot im Bereich Lüneburg und Hamburg und die damit „exorbitante Immobilienpreissteigerung“ – alles Chancen für Uelzen. Wie berichtet, hatten im Wirtschaftsförderungsausschuss nur die Vertreter von SPD, FDP und UWG dem HVV-Übergangstarif zugestimmt.

„Wenn behauptet wird, jeder Pendler wird mit 500 Euro subventioniert, mache ich eine andere Rechnung auf“, so Delekat. „Wenn ich mich für ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Uelzen entscheide, statt in Lüneburg, und wegen der günstigen Boden-Preise hier etwa 100 000 Euro spare und mit dem Metronom in 22 Minuten in Lüneburg bin – und Hannover, Berlin und auch hoffentlich bald Bremen gut erreichbar sind – dann ist Uelzen als Standort attraktiver.“

Nicht zuletzt sei auch „die psychologische Wirkung“ eines HVV-Anschlusses nicht zu vernachlässigen: „Überspitzt gesagt: Für nicht wenige Nordlichter beginnt südlich ab Bienenbüttel der Balkan, weil in Lüneburg der HVV endet.“ Und: „Nur HVV-Beitritt reicht nicht“, sagt Delekat und fordert: „Uelzen muss auch wegen seiner preiswerten und lebenswerten Lage im Norden noch besser beworben werden.“

Von Ines Bräutigam

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