Uelzens längste Tafel

Etwa 1000 Uelzener trafen sich am Sonntag zum gemeinsamen Frühstück in der Innenstadt, klönten und ließen sich musikalisch unterhalten..

Uelzen - Von Jürgen Köhler-Götze. Irgendetwas muss die angekündigten Regenwolken auf ihrem Weg von Westen nach Uelzen aufgehalten haben. Das Stadtfrühstück, zu dem sich am Sonntag gut 1000 Bürger an Uelzens längster Tafel einfanden, ging jedenfalls trocken über die Bühne.

Rund 1600 Plätze habe man in Gudesstraße, Veerßer Straße und Lüneburger Straße aufgebaut, berichtete City-Manager Joachim Lotz. Die Bäcker in der Innenstadt hatten sich leicht davon überzeugen lassen, dass es sich lohnen würde, ihre Läden ein wenig länger geöffnet zu lassen, damit sich alle noch mit frischen Brötchen versorgen konnten. Selbstversorgung lautete die Devise. Wer seinen heimischen Frühstückstisch vor Augen hat, der mochte schon ein wenig neidisch werden: Auf dem einen Tisch prangten neben Bergpfirsichen und Trauben so viele Käsesorten, dass ein Hotelbüfett dagegen blass aussieht. Auf dem Tisch gleich daneben wird der AZ-Berichterstatter sofort eingeladen mitzufrühstücken: „Zwanzig Sorten Marmelade haben wir hier – alle selbst gemacht!“ Wer weder Marmelade noch Käse dabei hatte, konnte sich bei Sponsorenständen aushelfen lassen.

Auf fast jedem Tisch leckere Säfte, auf jedem zweiten Tisch eine Sektflasche. So lässt es sich leben, vor allem, wenn man dazu noch von Lili Vollmer auf dem Saxophon sanft jazzig unterhalten wird. Am anderen Ende singt die Mädchenband Direkt mehrstimmig und verbreitet einen Hauch Kulturelle Landpartie. Und zwischendrin gibt’s immer wieder unaufdringliche Kleinkunst. Nur ein Morgenmuffel sollte man beim Stadtfrühstück besser nicht sein: Der Klönschnack war eigentlich noch viel wichtiger als die Leckereien. Ein türkischer Mitbürger, der gerade von der Nachtschicht kam, beschloss spontan, seine Familie aus dem Bett zu trommeln, um auch am Frühstück teilzunehmen. „Schade, dass das nur ein Mal im Jahr ist“, bedauerte er.

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