SPD-Bürgermeister Lukat kritisiert grüne Amtskollegen Feller und Hoff

Uelzens Kraft ist die Basis

Otto Lukat

Uelzen. Da hat es Otto Lukat mächtig in den Fingern gejuckt – das in der vergangenen Woche in der AZ veröffentlichte Interview mit den grünen Politikern Martin Feller (Bad Bevensen) und Hans-Hermann Hoff (Suderburg) unter dem Titel „Bürgermeister unter (Öko)Strom“ hat den Genossen zum verbalen Konter animiert.

Per Brief hat sich der Sozialdemokrat an seine Amtskollegen gewandt – Tenor: „Ich halte es für geboten, nicht nur nebeneinander her sondern miteinander über die Belange unseres Landkreises, unserer Region zu sprechen“. Dass Lukat die Sicht der grünen Bürgermeister auf die Zukunft des Landkreises Uelzen nicht uneingeschränkt teilt, macht er unmissverständlich klar. Der Rathauschef der Uhlenköperstadt vermisst bei allen ökologisch geprägten Visionen von Feller und Hoff den „Hinweis auf die wirtschaftliche Basis einer zukünftigen Entwicklung. Diese ist ohne die Wirtschaftskraft der Stadt Uelzen nicht denkbar.“

Lukat untermauert seine Meinung mit Fakten: „36 Prozent der Landkreisbevölkerung erwirtschaften in Uelzen fast die Hälfte des Kreisumlageaufkommens. Bei 18000 Arbeitsplätzen, davon alleine 6200 im produzierenden Gewerbe, stehen hier knapp 7000 Einpendlern aus dem Umland nur etwa 3600 Auspendler gegenüber.“

Die Stadt Uelzen sei das Zentrum für Industrie, Handel, Gewerbe und Dienstleistung dieser Region. Und alle Anstrengungen müssten darauf gerichtet sein, dass das für die Zukunft auch so bleiben könne. In dem Zusammenhang erteilt Lukat den Bürgermeistern aus Bad Bevensen und Suderburg einen kräftigen Seitenhieb: „Niemand wird im Ernst annehmen können, dass, bei aller Wertschätzung für die Landwirtschaft und den Tourismus, diese Bereiche die genannten Aufgaben ersetzen können.“

Damit nicht genug – einmal in Fahrt, legt der Uelzer Bürgermeister nach: „Zur Sicherung und Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Uelzen ist es unabdingbar, die Chancen zu nutzen, die sich aus der Zugehörigkeit zur Metropolregion Hamburg ergeben. Wer das will, wird sich aber den Herausforderungen des Verkehrs bei zukünftig noch deutlich steigenden Gütermengen, auch und gerade auf der Straße, stellen müssen. Und deshalb ist die A 39 nicht nur für die Stadt Uelzen sondern für den gesamten Raum unverzichtbar.“ Zur Erinnerung: Feller hatte im AZ-Interview die A 39 als „Katastrophe“ bezeichnet.

„Auf einer Linie“ befinden sich die drei Bürgermeister nach Einschätzung Lukats beim Ausbau der regenerativen Energien. Auch in diesem Bereich habe sich die Stadt Uelzen bereits in den 80er Jahren mit dem Bau des ersten Blockheizwerkes sowie später mit der Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Hundertwasser-Bahnhofs und aktuell mit der Fotovoltaikanlage in Holdenstedt entsprechend positioniert, betont der SPD-Bürgermeister.

Am Ende des Briefes schlägt Otto Lukat versöhnliche Töne an und würde es nach eigenen Worten begrüßen, „wenn wir uns alsbald zu einem vertiefenden Gespräch treffen könnten“ – mit einem gemeinsamen Blick in die Zukunft des Landkreises Uelzen.

Von Andreas Becker

Kommentare