Zu nass, zu kalt

Uelzens Gastwirte kämpfen an Pfingsten mit Corona und dem Wetter

Die Gastronomen hofften auf zahlreiche Gäste an Pfingsten.
+
Die Gastronomen hofften auf zahlreiche Gäste an Pfingsten.

Die Uelzener Gastronomen hofften auf das Pfingstwochenende, um viele Besucher anzulocken. Nach dem Sonntag fällt das Fazit jedoch verhalten aus: Die Corona-Regeln sind zu streng, und das Wetter war zu durchwachsen.

Uelzen – Am Vormittag in Bad Bevensen am Kurhaus getestet, zum Mittag schon auf der Außenterrasse des „Neuen Gildehauses“ an der Veerßer Straße: Die Fahrradgruppe aus Sarstedt bei Hildesheim streckt Martina Hannemann am Pfingstsonntag ihre Mobiltelefone mit den negativen Corona-Tests entgegen. Aus Hamburg kommend, werden die Radfahrer am Abend in Celle übernachten. Sie sind sehr zufrieden: „Wir sind froh, dass wir rauskommen. Und alles klappt. Man kann Corona auch entspannt sehen“, sagen Kai Schlaadt und Hans Mende.

Während sich die wetterfesten Sarstedter als „Biker of the Universe“ ihre Kilometer beim Stadtradeln in Sarstedt gutschreiben lassen, sich die Uelzener wie Julia Thornton mit ihren Söhnen Elliott und Aydn bei „Dolomiti“ ein Eis zum Bummeln kaufen oder auch im „Zorbas“ gegenüber immer wieder Tische belegt sind, hadern die Uelzener Wirte mit den Corona-Verordnungen und mit dem Wetter. Zwar bleibt es am Pfingstsonntag bis in den frühen Nachmittag trocken, doch die anhaltend kühle und regnerische Witterung spült die Hoffnungen nach der Öffnung der Außengastronomie fürs getestete, geimpfte oder genesene Publikum davon.

Diese Fahrradgruppe aus Sarstedt besuchte mit negativem Corona-Test das Gildehaus.

„Wir legen drauf“, sagt etwa René Haaker als Inhaber des „Holdenstedter Hofs“. Die gehobene Küche und der Service in dem Landgasthaus erfordern Personal, die Kühlanlagen müssen laufen und die überdachten Tische auf der Terrasse auch gebucht werden. „Wir öffnen außen nur Freitag, Sonnabend und Sonntag“, sagt Haaker. Und: „Nur Außer-Haus ist es besser gegangen.“

Schuld daran: das Wetter. Aber nicht nur. So ist Martina Hannemann vom „Gildehaus“ der Auffassung, dass doch die Innengastronomie wieder öffnen können müsse. „So ist kein Geschäft zu machen“, betont Hannemann. „Enttäuschend ist das. Ich bin heute mit dem Koch allein hier“, merkt sie an und verweist auf vergangene Corona-Zeiten, wo doch auch Zettel zur Kontaktverfolgung und Abstand zwischen den Tischen für einen Besuch im Innenraum gereicht hätten. Außerdem könnten die Leute doch nichts dafür, wenn sie noch nicht geimpft sind.

Auch im „Bürgerlichen Brauhaus“ an der Hannemann’schen Twiete ist zu hören, dass man „alles hochgefahren“ habe. Aber: „Das lohnt sich eigentlich nicht.“ Zudem sei nach mehr als einem Jahr Corona-Alarm auch Peronal abgewandert. „Vielleicht haben Sie ja einen guten Draht zum Wettergott?“, bleibt als Frage stehen – und die Hoffnung, dass die trockenen Tische unterm Häuserbogen Gäste anlocken. So sind dann einige Ausflügler zur Mittagszeit doch gekommen. Und auch in der „Zanzibar“ von Inhaber Sebastian Kühl an der Gudesstraße mit der Terrasse und den Tischen zum Ratsteich läuft es nicht rund. „Die Fördermittel sind noch nicht alle da“, sagt Kühl. Und: „Das bringt nichts. Es ist zu kalt.“ Vielleicht ein Viertel des regulären Umsatzes mache man – auch durch Außer-Haus-Verkauf.

Vielleicht aber geht es ihm da besser als Gianluca Fiorita, der das Eiscafé „Il Cappucino“ in der Fußgängerzone betreibt. „Es ist schwierig“, sagt er, „manche Gäste müssen aufstehen und gehen, weil sie keinen negativen Test dabei haben.“ Der Italiener will sich seine Zuversicht aber nicht nehmen lassen. „Wir sind zufrieden, dass wir nach sieben Monaten wieder Gäste an den Tischen haben.“

So hoffen die Uelzener Gastronomen auf eine baldige Lockerung der Corona-Regeln und auf besseres Wetter. Für Letzteres sorgte immerhin der gestrige Pfingstmontag. (Von Christian Holzgreve)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare