Antje Matutt sagt: „Ich brauchte schon immer was zum Anpacken“

Uelzens erste Müllfrau

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Seit diesem Jahr entsorgt mit Antje Matutt auch eine Frau den Müll von Uelzens Bewohnern. 

Uelzen – Satter Händedruck, direkter Blickkontakt und ein breites Lächeln – so ist der erste Eindruck von Uelzens erster Müllwerkerin. Antje Matutt heißt sie und die junge Frau ist seit Anfang dieses Jahres beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Uelzen (Awb) beschäftigt.

„Ich brauchte schon immer was zum Anpacken, habe vorher bei der Post gearbeitet, dann bei UPS und dann hab’ ich einfach einmal was anderes machen wollen“, erklärt Matutt.

Also machte die heute 31-Jährige einen Lkw-Führerschein und sah sich dann nach neuen Arbeitsmöglichkeiten um, bei denen sie ihren neuen „Lappen“ auch würde einsetzen können. „Dann habe ich die Stellenanzeige vom Awb gesehen und mich direkt beworben“, so Matutt weiter.

Sicher, Freunde und Familie hätten ihr schon auch Mut gemacht, diesen – für eine Frau ja immer noch recht ungewöhnlichen – Beruf zu ergreifen. „Und dann bin ich genommen worden und habe mich riesig gefreut“, erzählt Uelzens erste Müllfrau und fügt hinzu: „Ist ein gutes Gefühl, unbefristet angestellt zu sein.“ Die Kollegen seien auch gut drauf – sicher gebe es da auch mal einen Spruch, aber das sei schon okay.

Um 6.45 Uhr geht die Tour mit den großen orangenen Lastern los. Damit Antje Matutt alle Kollegen – rund 40 – möglichst schnell kennenlernen kann, ist sie in den ersten Wochen auf verschiedenen Touren eingeteilt worden. „In der ersten Woche hatte ich Biotonnen, dann Wertstoffsäcke, dann haben wir die Weihnachtsbäume durch die Gegend geschmissen und nun ist Sperrmüll dran“, erzählt die Ebstorferin freudig.

Am Anfang habe sie zwar schon etwas Muskelkater gehabt, sich aber nun an die körperliche Arbeit gewöhnt. Die Rückmeldung auf sie am Lkw sei überall sehr gut. „Das Schönste ist auf jeden Fall der Kontakt mit den Menschen. Wenn man zum Beispiel einem älteren Mann die Mülltonne bis vor seine Wohnungstür rollt – da hab ich schon das ein oder andere nette Kurzgespräch gehabt.“

VON ROBIN VOGT

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