Wenn der Service das Nachsehen hat

Uelzenerin steht bei der Post wegen Corona-Auflagen vor verschlossener Tür

Schlange stehen vor der Postfiliale: In Zeiten von Corona und Einlassbeschränkungen keine Seltenheit. Dass die Kunden aber bei Ladenschluss weggeschickt werden, kritisiert AZ-Leserin Martina Overweg
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Schlange stehen vor der Postfiliale: In Zeiten von Corona und Einlassbeschränkungen keine Seltenheit. Dass die Kunden aber bei Ladenschluss weggeschickt werden, kritisiert AZ-Leserin Martina Overweg.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Uelzen – Was tun, wenn sich die coronabedingten Einschränkungen auf den Service eines Unternehmens auswirken? So muss sich jetzt die Post in Uelzen Kritik gefallen lassen.

Ihr Erlebnis mit der Deutschen Post habe sie fassungslos gemacht, sagt AZ-Leserin Martina Overweg. Am Sonnabend habe sie gegen 12.45 Uhr die Filiale an der Bahnhofstraße in Uelzen aufgesucht, um ein Paket aufzugeben. Dort fand sie eine lange Schlange vor – aufgrund der Einlassbeschränkungen müssen die Kunden draußen warten. Bei Martina Overweg läuten bereits die Alarmglocken: Wie wird die Post reagieren, wenn zur Schließzeit um 13 Uhr noch immer Leute draußen stehen?

„Um 13 Uhr wird die Tür verschlossen, der Mann vom Wachdienst erklärt, dass er nichts dafür könne, und alle, die sehr wohl vor 13 Uhr dort waren, aber noch draußen standen, nehmen ihre Päckchen und Pakete wieder mit und trollen sich“, berichtet Overweg. Und kritisiert weiter: „Von allen werden Opfer verlangt, was aber anscheinend nicht für die Post gilt.“

Auch ihr Versuch, sich bei der Post zu beschweren, war vergebens. Beim Beschwerdetelefon habe es nur vorgefertigte Antworten gegeben – Kritik an den Öffnungszeiten war keine davon. „So geht Kunden-Orientierung nicht“, meint Overweg.

Bei der Post bittet man um Nachsicht: „Wir verstehen die Verärgerung der Kundin sehr gut. Gleichzeitig bitten wir um Verständnis, dass unsere Kollegen vor Ort verantwortungsvoll und dennoch kundenorientiert mit der aktuellen Corona-Situation umgehen müssen“, teilt Pressesprecher Oliver Rittmaier auf AZ-Nachfrage mit. Die Leitlinie sei zwar, dass die Kunden, die sich zur Schließzeit in der Filiale aufhalten, noch vom Mitarbeitern bedient werden. Dies seien wegen der Corona-Pandemie derzeit aber weniger Personen als sonst.

Rittmaier verweist außerdem darauf, dass auch die Kunden auf die neue Situation reagieren müssten: „Diese Situation trifft aber auf den gesamten Einzelhandel zu und verlangt ein entsprechend angepasstes Verhalten der Kunden, wenn sie sichergehen wollen, alle Besorgungen innerhalb der Öffnungszeiten zu erledigen.“

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