Betrugsvorwurf gegen Web-Shop

Uelzenerin hat Ärger mit Mundmasken-Bestellung aus dem Internet

Gesichtsmasken sind derzeit äußerst begehrt – nicht nur von Krankenhäusern, sondern auch von Privatpersonen. Viele greifen daher auf Internet-Shops mit teils langen Wartezeiten zurück.
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Gesichtsmasken sind derzeit äußerst begehrt – nicht nur von Krankenhäusern, sondern auch von Privatpersonen. Viele greifen daher auf Internet-Shops mit teils langen Wartezeiten zurück.

Uelzen – Die gegenwärtige Lage ist oftmals auch von Unsicherheit geprägt: Mundmasken und Desinfektionsmittel sind knapp, viele Bürger wollen sich vor dem Coronavirus schützen. So auch die Uelzenerin Marlis Zipser-Jess.

Am 2. April erhielt sie eine Mail der Firma Evenlife mit Angeboten für ebenjene Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Normalerweise sei sie Dritten gegenüber immer skeptisch, sagt Zipser-Jess. „Aber die Seiten dieser Firma sind so professionell aufgebaut, dass mir vorerst keine Zweifel kamen. “.

Nachdem die Uelzenerin eine Schutzmaske bestellt hatte, wuchs doch die Skepsis, und sie bat um Stornierung des Auftrags – zunächst ohne Rückmeldung. Da Marlis Zipser-Jess dazu noch einen Gutschein von Evenlife erhielt, löste sie diesen trotz Zweifel für eine zweite Bestellung von Mundmasken ein. Da sie keine Rückmeldung über den Versand der Ware erhielt, recherchierte Zipser-Jess nach Kundenbewertungen der Firma im Internet. Das Ergebnis: viele Betroffene mit ähnlichen Problemen. Zipser-Jess befand, dass sie Betrügern aufgesessen war, und erstattete Anzeige.

Kathrin Körber von der Verbraucherzentrale Niedersachsen teilt mit, dass solche Fälle bekannt seien. Zwar sei die Firma Evenlife noch nicht auffällig geworden, doch gab es Beschwerden über die mittlerweile nicht mehr abrufbare Seite Mimty – die mit der von Evenlife nahezu identisch sei. Körber geht davon aus, dass es sich um dieselben Betreiber handelt.

Zudem weist sie die Kunden darauf hin, dass in den allgemeinen Geschäftsbedingungen von Evenlife zu lesen sei, dass alle Waren aus China importiert würden, was bis zu sechs Wochen dauern könnte – wenn sie nicht der Zoll beschlagnahme, betont Körber. Diese Praktik sei jedoch für die Kunden nur schwer ersichtlich.

In einer Stellungnahme von Evenlife heißt es dazu: „In den letzten Tagen wurde unser Unternehmen durch bewusst irreführende, negative Berichterstattung fälschlicherweise mit solchen Unternehmen ... in Verbindung gebracht, deren Absicht mindestens die Bereicherung an der aktuellen Coronakrise ist. Grund dafür sind die in unseren Online-Shops kommunizierten Lieferzeiten ... Da wir mit begrenzten Produktions- und Lagerkapazitäten agieren müssen, kann es zu Abweichungen bei der Lieferzeit kommen.“

Marlis Zipser-Jess konnte inzwischen ihre erste Bestellung stornieren und rechnet auch bei der zweiten mit Erfolg. In Zukunft möchte sie vorsichtiger sein: „Ich bin mit einem blauen Auge davongekommen. Das war mir eine Lehre.“

VON DANIEL BIELING

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