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Gefährliche Heizmittel: Uelzener Wehr befürchtet mehr Einsätze und mahnt zur Vorsicht

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Von: Norman Reuter

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Teelichtofen zum Heizen
Kerzen spenden Wärme. Die Uelzener Feuerwehr mahnt aber zu vorsichtigem Umgang, damit kein Feuer ausbricht.  © Patrick Pleul

Die Uelzener Feuerwehr ist in Sorge, dass in diesem Winter die Einsatzzahlen steigen könnten. Angesichts von hohen Energiepreisen wird erwartet, dass sich die Menschen risikobehaftete Alternativen suchen. 

Uelzen – Der Gedanke sitzt bei den Uelzener Feuerwehr-Kräften im Hinterkopf: Sie befürchten, dass die Zahl der Einsätze in diesem Winter steigen könnte, weil Menschen angesichts hoher Energiepreise verstärkt Kerzen nutzen oder sich risikobehaftete Wärmequellen als Alternative für die Wohnung suchen. „Da ist schon die Angst, dass die Leute in diese Richtung gehen“, sagt Ortsbrandmeister Reiner Seidel im AZ-Gespräch.

Die Feuerwehr appelliert: Kerzen sollten auf feuerfesten Untergrund gestellt werden. Ein Eimer Wasser sollte zum Löschen griffbereit stehen. Auch eine Decke könne über ein entstehendes Feuer geworfen werden.

Feuer ist das Eine, das geruchs- und geschmacklose Gas Kohlenmonoxid (CO) ist das Andere. Es entsteht beim Verbrennen von Stoffen. Für Menschen ist es lebensgefährlich. Deshalb mahnt Reiner Seidel: „Heizöfen in Wohnungen müssen abgenommen sein.“ Es sei auch darauf zu achten, dass trockenes Holz verbrannt werde. Bei nassem entstehe mehr Russ, der den Schornstein zusetzen könne.

Offene Feuerstellen wie Grills oder dergleichen haben nichts in einer Wohnung zu suchen, stellt Seidel klar. Er erinnert sich, dass er zu einem Einsatz ausrückte, weil ein in einer Wohnung aufgestellter Grill zum Heizen den Rauchmelder auslöste. Glücklicherweise rechtzeitig: „Bewohner zeigten bereits CO-Vergiftungserscheinungen.“

Dass mit Kohlenmonoxid nicht zu spaßen ist, zeigen tragische Todesfälle aus Uelzen. 2013 sterben in der Obdachlosen-Unterkunft im Böh zwei Menschen an einer Vergiftung, weil sie die Kohleöfen zu stark befeuerten und das Gas nicht durch den Schornstein entwich. 2016 stirbt eine 59-Jährige in Oldenstadt ebenfalls an einer CO-Vergiftung.

Feuerwehr-Sprecher Christoph Paul ergänzt: Auch wenn sich Menschen aus Sorge vor einem Blackout ein Stromaggregat besorgt haben sollten, müsse das im Ernstfall im Freien betrieben werden.

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