Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen sind in einen Neubau nebenan gezogen

Uelzener Villa: Abrissbirne schwingt am Haus Achtum

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Investitionen an der Esterholzer Straße: Die alte Villa, in der bisher Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen betreut wurden, wird nun abgerissen. Dafür entstehen Bungalows mit diversen Wohneinheiten. Ein erster moderner Bau ist dort auch bereits entstanden, wie Kathrin Runggas erklärt.

Uelzen – Männer schlagen Fliesen ab, reißen Holzpaneele von den Wänden: An der Esterholzer Straße in Uelzen wurde nun damit begonnen, das „Haus Achtum“ zu entkernen. Bis Ende März soll die Villa, in der bisher Menschen mit geistigen Einschränkungen untergebracht waren, abgerissen sein.

Eine Baustelle wird das Gelände bleiben, auch wenn die Villa dem Erdboden gleich gemacht ist. „Zwei Bungalows werden dort mit jeweils sechs Wohnplätzen entstehen“, schildert Kathrin Runggas von der gemeinnützigen GmbH „Diakonische Wohnheime Himmelsthür“.

Die gGmbH hatte Mitte der 1980er Jahre die Villa an der Esterholzer Straße übernommen, kümmerte sich dort fortan im sogenannten „Haus Achtum“ um Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen. Dazu wurde das Gebäude immer wieder umgebaut und modernisiert.

Zuletzt stellte sich die Frage, wie sich noch der Brandschutz sicherstellen lässt und zudem hatten sich auch Betreuungskonzepte für die Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen verändert – für den Betreiber Anlass, neue Wege zu gehen. Im ersten Schritt wurde so in den vergangenen Jahren direkt neben der Villa bereits ein erstes neues Gebäude hochgezogen. Ende Januar bezogen es die Bewohner der Villa, deren Jahre nun gezählt sind.

Im Untergeschoss des Neubaus sind acht Einzelapartments entstanden – jeweils mit Kochnische und Bad. „Im Obergeschoss ist eine Wohngemeinschaft für vier Personen zu finden“, so Runggas. Zimmer, Bäder, eine Gemeinschaftküche – sie ist auch Treffpunkt für Männer und Frauen, die nicht im Haus leben.

Wie Runggas schildert, betreut die „Diakonische Wohnheime Himmelsthür“ auch Menschen in Wohngemeinschaften oder in Wohnungen an anderen Standorten in Uelzen. Und, wer nicht in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen am Funkturm arbeite, finde in den Gemeinschaftsräumen des Neubaus diverse tagesstrukturierende Angebote.

Insgesamt werden 65 stationäre Plätze an den Standorten unterhalten. Durch den bereits entstandenen Bau sowie die geplanten weiteren Bungalows an der Esterholzer Straße werde diese Zahl allerdings nicht ansteigen, so Runggas. Der Vorteil durch die Konzentration von Wohnplätzen an der Esterholzer Straße sei, dass hier 24 Stunden täglich jemand vor Ort sei, um sich um die Bewohner zu kümmern. „Eine Betreuung der Außen-WGs ist sehr personalintensiv.“ In einem der Bungalows werde auch die Pflege von Menschen möglich sein.

Das Gesamtprojekt hat ein Investitionsvolumen von rund drei Millionen Euro.

VON NORMAN REUTER

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