1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Uelzener verschickt Dick-Pics:
Er muss 300 Euro zahlen

Erstellt:

Von: Norman Reuter

Kommentare

Am Amtsgericht in Uelzen wurden 2021 rund 100 Verfahren mit eindeutigen Pandemiebezug geführt.
Am Amtsgericht in Uelzen wurde der Fall der Verbreitung pornografischer Schriften verhandelt. © Lars Becker

Ein 50-jähriger Uelzener muss einen Betrag von 300 Euro an das hiesige Frauenhaus zahlen, weil er über den Kurznachrichtendienst „Telegram“ Bilder von seinem Genitalbereich an eine Minderjährige geschickt hat.

Uelzen – Bezahlt der Uelzener den Betrag, so muss er keine weiteren Konsequenzen fürchten. So hat es das Amtsgericht in Uelzen verfügt, das den Fall der Verbreitung von pornografischen Schriften jetzt verhandelte.

Laut Anklageschrift ließ der Mann Bilder seines erigierten Gliedes ungefragt einer Chatpartnerin zukommen, wobei es sich bei dieser um eine Minderjährige handelte. Der 50-Jährige zeigte sich vor Gericht geständig und entschuldigte sich auch dafür, dass er die Bilder versendete. „Ich wusste nicht, dass sie keine 18 Jahre alt ist“, sagte er. Er habe das mit Telegram auch schon wieder gelöscht und werde so etwas nicht wieder tun.

Das war auch der Rat des Amtsgerichtes, das das Verfahren gegen die Zahlung der 300 Euro einstellen will. Weil der 50-Jährige keine Arbeit hat und von Arbeitslosengeld II lebt, kann er die Geldauflage von je 50 Euro pro Monat abstottern. Sollte das Geld nicht beim Frauenhaus eingehen, dann „sehen wir uns wieder, und ich weiß nicht, was dann für sie rauskommt“, sagte Richter Reiner Thomsen. Und er gab dem Angeklagten hinsichtlich der Bilder klar zu verstehen, dass er das lassen solle: „Nicht jeder will so etwas sehen“, so Thomsen.

Auch interessant

Kommentare