Sönke Kaatz berichtet

Uelzener Urlauber über Mallorca-Winterschlaf im Hochsommer: „Wie ausgestorben“

Surreales Bild: Der Bierkönig auf der „Schinkenstraße“ auf Höhe des Ballermanns 6 wirkt bei dem Besuch des Uelzeners Sönke Kaatz wie leer gefegt. Mallorcas Partymeile ist zu Corona-Zeiten nicht wiederzuerkennen.
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Surreales Bild: Der Bierkönig auf der „Schinkenstraße“ auf Höhe des Ballermanns 6 wirkt bei dem Besuch des Uelzeners Sönke Kaatz wie leer gefegt. Mallorcas Partymeile ist zu Corona-Zeiten nicht wiederzuerkennen.

Santa Ponça/Uelzen – Diskotheken sind geschlossen, Restaurants und Geschäfte dicht, die Strände bestenfalls halb voll. „Man hört kein Gegröle, sieht keine Partygänger und keine Menschenmassen“, erzählt Sönke Kaatz.

Der Uelzener gehört zu den ersten deutschen Touristen, die in Corona-Zeiten ihren Urlaub auf Mallorca verbringen durften.

Der Ort Magaluf ist berühmt und berüchtigt für britische Partyexzesse. „Normalerweise schieben sich hier die Partyleute durch die Gassen“, berichtet Kaatz. Mehrfach hat der 24-Jährige einen Abstecher von seinem zehn Kilometer entfernten Urlaubsort Santa Ponça nach Magaluf unternommen. Statt nächtlicher Saufgelage in der Briten-Hochburg begegnete ihm gähnende Leere. Kaatz schlenderte völlig ungestört durch die leeren Straßen. „Es war wie ausgestorben.“

Ein Bild aus früheren Tagen vor der Corona-Pandemie. Junge Leute stehen in der Partyhochburg Magaluf vor Bars und Diskotheken.

Ein ähnliches Bild bot sich ihm auch in der sonst so lebendigen Schinkenstraße: ungewohnte Stille auf der weltberühmten Partymeile vor dem Bierkönig oder der Kult-Disco Oberbayern. Lokale, Pubs, Autovermieter und Geschäfte – vieles war geschlossen. „Überall stand Closed“, so Kaatz. Trotzdem lösten Hunderte feiernde Deutsche am Wochenende Empörung aus. Doch das bekam Kaatz nicht hautnah mit. Er genoss lieber den Urlaub am Strand, wo es reichlich Platz und wenig auf die Ohren gab. „Ich habe höchstens Kindergekreische, aber keine Ballermann-Musik gehört.“

Die Lieblingsinsel der Deutschen füllt sich nur zögerlich mit Touristen. Kaatz’ Flieger aus Hannover war aber fast voll besetzt. 48 Stunden vor der Anreise musste der Uelzener online einen Gesundheits-Fragebogen ausfüllen und bekam einen QR-Code per Mail zugesandt, den man bei der Gesundheitskontrolle auf Papier oder mittels einer App vorzeigen muss. Anhand der ausgefüllten Antworten wird am Zielflughafen entschieden, wer auf Covid 19 getestet werden muss. Fiebermessung gab es nicht. Nur im Hotel hielt ihm eine Mitarbeiterin an der Rezeption bei der Ankunft ein Infrarot-Thermometer vor die Nase.

Spanien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas, wenngleich Mallorca glimpflich davonkam. Kaatz hatte trotzdem keine Angst, sich in den Flieger zu setzen. Bilder aus der Heimat flößen ihm mehr Respekt ein. „Wenn ich mir die Situation an der Ost- und Nordsee anschaue, hätte ich eher die Befürchtung, mich in Deutschland am Strand anzustecken als aktuell auf Mallorca.“ VON AREK MARUD

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