Tanja Neumanns Tatendrang

Uelzener Unternehmerin erhält Lore-Preis für ihr Engagement

Tanja Neumann kennt keine Ruhe. Für ihr soziales und berufliches Engagement wird sie jetzt mit dem Lore-Preis ausgezeichnet.
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Tanja Neumann kennt keine Ruhe. Für ihr soziales und berufliches Engagement wird sie jetzt mit dem Lore-Preis ausgezeichnet.

Uelzen – Es gibt viele Frauen, die sich für eine Sache engagieren. Und es gibt Tanja Neumann, die vor Tatendrang nur so strotzt. Mutter, Unternehmerin, Glasermeisterin – seit 15. Januar außerdem Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Uelzen und schon bald Preisträgerin des Lore-Preises.

Mit diesem werden verdiente Frauen aus der Region ausgezeichnet, die sich für gesellschaftlich relevante und innovative Themen einsetzen.

Tanja Neumann ist so eine Frau. Während ihr Mann, Thorsten Neumann, Inhaber der Uelzener Glaserei Heideglas ist, ist die 49-Jährige im Büro des Glasgroßhandels tätig. Im Handwerk sei sie eigentlich nur durch ihren Mann gelandet, erzählt Neumann der AZ. „Das war Zufall. Aber ich habe ja auch nie gedacht, dass ich Gleichstellungsbeauftragte werde“, sagt sie lachend. Dem voran ging ein Bachelor-Studium in der Betriebswirtschaft, eine betriebliche Ausbildung im Einzelhandel sowie der Master-Abschluss ihres Studiums – mit Auszeichnung.

Was Tanja Neumann antreibt, kann sie selbst kaum beschreiben. „Ich glaube, es ist auch eine Neugier“, sagt sie, zudem habe sie schon immer „Freude am gemeinschaftlichen Lernen“ gehabt. Diese Freude bringt sie auch Auszubildenden, Schülern und Studenten näher. Unter anderem gibt Tanja Neumann so Studenten im Rahmen von Bachelor-Arbeiten Einblicke in den Betrieb, um die unternehmerischen und handwerklichen Abläufe anschaulicher zu machen.

Dabei schreckt Neumann auch vor größeren Herausforderungen nicht zurück. So bewarb sie sich auf eine vom Bundesentwicklungsministerium ausgeschriebene „Matching-Reise“ nach Afrika, um dort mit weiteren Vertretern des Handwerks Entwicklungshilfe zu leisten. Im Juli 2018 flog Neumann dann erstmals nach Uganda, wo zur Verbesserung der dortigen Berufsausbildung in mehreren Phasen ein Lehrhaus entstand. Das Leitungs- und Wassersystem im Haus ist so angelegt worden, dass es abbaubar ist, um Lehrern wie Schülern ein praktisches Lehren und Lernen zu ermöglichen. „Da hängt wirklich mein Herz dran“, beschreibt Neumann ihre Sicht auf das Projekt.

„Ich habe wirklich Freude daran, was in der Gemeinschaft zu machen“, so Neumann weiter, die sich außerdem über die neuen Freundschaften freut, die dabei entstehen. Natürlich habe es aber auch viele Herausforderungen wie kaputte Stromleitungen oder Sprachbarrieren gegeben, von denen sich Neumann aber nie unterkriegen ließ: „Das war im Nachhinein eine ganz tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte.“

Und auch das nächste Projekt ist bei der nimmermüden Neumann bereits in Planung. Als Nächstes soll in Uganda eine Mehrzweckhalle unter anderem für Blutspenden entstehen.

VON DANIEL BIELING

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