Nicht nur die Technik wird saniert: Pläne auch für neue Organisation des Betriebs

Das Uelzener Theater – eine Großbaustelle

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50 Jahre alt wird das Theater an der Ilmenau im kommenden Jahr. In Teilen ist die Bühnentechnik genauso alt. Sie muss erneuert werden. Das soll nun ab dem Frühjahr 2020 geschehen.

Uelzen – Eine Komödie steht auf dem Spielplan. Am Wochenende wird im Theater an der Ilmenau „Hilfe! Ich heirate meine Schwiegermutter“ zu sehen sein. Die Vorbereitungen laufen.

Hinter den Kulissen werden unterdessen größere Räder gedreht, damit, wie von der Politik beschlossen, das Theater dauerhaft als Spielstätte erhalten bleiben kann.

Die Sanierung wird vorbereitet. Die Stadt plant eine neue Organisation des Theaterbetriebs. Wie berichtet, wird auch Fritz-Eckhard Müller als technischer Theaterleiter ausscheiden. Nicht zuletzt ist auch das Catering eine Baustelle.

Aber der Reihe nach: Im Kulturausschuss der Hansestadt hat nun Uelzens Erster Stadtrat Florian Ebeling am Dienstagabend den Zeitplan für die Sanierung des Hauses vorgestellt. Bühnentechnik als auch Fassade des Theaters sollen ab dem Frühjahr 2020 erneuert werden. „Wir haben für die Arbeiten ein knappes Jahr veranschlagt“, sagt Ebeling im Ausschuss.

Eine Zeit, in der im Theater keine Aufführungen und Konzerte stattfinden können. Das Haus wird von Schulen und Ensembles gemietet. Bespielt wird es vor allem aber vom Kulturkreis. Dessen Geschäftsführerin Birte Ebermann erklärt im Ausschuss, dass der Kulturkreis in jedem Fall auch während der Sanierung des Theaters ein Programm anbieten werde. „Wir haben eine Verpflichtung – allein schon wegen der Abonnenten.“ Es würden nun alternative Veranstaltungsorte gesucht. Für Konzerte sollen, so viel stünde schon fest, die St.-Marien-Kirche und die Stadthalle genutzt werden, sagt Ute Lange-Brachmann als Vorsitzende des Kulturkreises.

Erneuerungsbedürftig ist aber nicht nur Technik und Fassade, sondern auch die Organisation des Theaterbetriebs, findet die Stadt – Florian Ebeling spricht von „ganz vielen Beteiligten“ beim Theater. Der Kulturkreis, Fremdveranstalter, die technische Theaterleitung, die Stadt als Träger, der Caterer. „Diese Organisationsform ist ausbaufähig“, formuliert es Ebeling.

Die Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen – kurz Inthega – ist damit beauftragt worden, die Situation zu beleuchten und Lösungen zu entwickeln, auch was ein einheitliches Auftreten und Marketing betrifft. Als Idee steht im Raum, „eine eigene Abteilung Theater im Rathaus einzurichten, um dort alle Prozesse und Aufgaben zusammenzuführen oder die technische Leitung enger an die Stadtverwaltung zu binden“, erklärt die Stadt in einer Pressemitteilung.

Dennis Schaaf steht hinter dem Unternehmen „Daybreak Events“.

Neue Wege wird man in jedem Fall in Sachen technische Theaterleitung gehen. Zum Sommer läuft ein Vertrag mit dem 76-jährigen Fritz-Eckhard Müller aus, der Kontrakt wird nicht mehr verlängert. Übergangsweise übernimmt die Firma Daybreak Events, hinter der Dennis Schaaf steht, wie im Ausschuss ausgeführt wird. Der 32-jährige Meister für Veranstaltungstechnik mit der Fachrichtung Beleuchtung kennt das Theater an der Ilmenau, er ist dort auch schon immer wieder tätig gewesen.

In den letzten Jahren für den Verkaufstresen in den Pausen, für die Garderobe und die Versorgung der Künstler zuständig war das Unternehmen „Barth Catering“ aus Uelzen. Es hat nun zum Ende der Spielsaison den Vertrag mit der Stadt aufgekündigt – Firmeninhaber Alexander Barth sagt, die Entscheidung stünde nicht in Verbindung mit der Sanierung oder Neuorganisation des Theaters. Es habe betriebsinterne Gründe gegeben – man habe nicht mehr ausreichend Personal für die Veranstaltungen stellen können, so Barth. Ebeling berichtet im Ausschuss, dass man bereits auf der Suche nach einem neuen Caterer sei.

VON NORMAN REUTER

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