Corona und der Spritpreis

Uelzener Tankstellen über Ursachen und Folgen des billigen Treibstoffs

Inzwischen steigt der Spritpreis wieder leicht. Während der Corona-Krise war die gezapfte Menge an der Uelzener Aral-Tankstelle an der B 4 laut Gerhard-Ludwig Rötzel eher rückläufig. Foto: Bieling
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Inzwischen steigt der Spritpreis wieder leicht. Während der Corona-Krise war die gezapfte Menge an der Uelzener Aral-Tankstelle an der B 4 laut Gerhard-Ludwig Rötzel eher rückläufig.

Uelzen/Landkreis – Abstandsregeln, Gesichtsmasken, geschlossene Geschäfte – die Corona-Krise brachte viele Auflagen und Herausforderungen mit sich. Eine Folge dürfte aber vor allem die Autofahrer gefreut haben: die niedrigen Spritpreise.

Diesel und Benzin waren so günstig wie seit Jahren nicht.

Thomas Hartmann, Pressesprecher des Unternehmens Hoyer, das auch im Landkreis Uelzen mehrere Tankstellen betreibt, führt dies auf zwei große Entwicklungen zurück. Zum einen auf den Streit zwischen der OPEC und Russland, wodurch zu viel Öl gefördert wurde – in der Folge sank der Preis. Zum anderen ging durch die Corona-Krise die Weltwirtschaft in den Keller, weshalb auch die Nachfrage nach Öl sank.

Größere Abweichungen im Tankverhalten seien jedoch nicht zu beobachten gewesen, berichtet Hartmann. Corona habe zwar dazu geführt, dass weniger Leute auf Uelzens Straßen unterwegs seien. Einerseits wegen der Kontaktbeschränkungen, andererseits wegen Homeoffice. Dem gegenüber stehen aber die Berufspendler, die für eine „kontinuierliche Tankung“ sorgen. Wann und ob der Spritpreis sich normalisiert, sei noch nicht abzusehen, doch Hartmann betont: „Es ist nicht zu erwarten, dass es noch mal so tief nach unten geht.“

Auch Gerhard-Ludwig Rötzel von der Uelzener Aral-Tankstelle an der B 4 weist auf die Entwicklung der Weltwirtschaft hin, durch die der Preis schon vor Corona gefallen sei. Die Pandemie habe aber „dem Ganzen noch mal richtig Dynamik nach unten verpasst“. Er selbst erkennt beim Kaufverhalten zwei Trends: „Das, was die einen hamstern, fehlt auf der anderen Seite.“ Während manche also ihre Tanks auffüllen, bleiben viele zu Hause und tanken dafür wenig oder gar nicht. Die gezapfte Menge sei insgesamt aber eher rückläufig.

Dies schlägt sich auch im anhängigen Imbiss und Kiosk nieder. Er habe die Ware reduzieren und Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen, berichtet Rötzel. Gleichzeitig wurden die Hygienemaßnahmen wie das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln oder die Installation eines Spuckschutzes an der Kasse hochgefahren. Rötzel spricht hier von einem „aufwendigen Kostenapparat“ und beklagt: „So viel habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht einkaufen müssen. Das ist auch mit Verlusten versehen.“

Gleichzeitig kritisiert Rötzel das unvernünftige Verhalten einer kleinen Minderheit, die die Maßnahmen missachte. Bei Möglichkeit seien solche Personen des Platzes verwiesen worden, was jedoch schwierig sei, wenn sie vorher getankt hätten. „Ich weiß nicht, ob die auf einem anderen Stern leben“, meint Rötzel lachend.

VON DANIEL BIELING

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