Spahn fordert Rückkehr der Impfzentren / Bau ist sanierungsbedürftig

Uelzener Stadthalle – wieder (k)eine Eventstätte

Die Arzt- und Impfkabinen sind wieder abgebaut: Am 8. November soll sich im großen Saal der Uelzener Stadthalle der Stadtrat konstituieren. Für eine langfristige Nutzung der Halle sind Sanierungsarbeiten nötig.
+
Die Arzt- und Impfkabinen sind wieder abgebaut: Am 8. November soll sich im großen Saal der Uelzener Stadthalle der Stadtrat konstituieren. Für eine langfristige Nutzung der Halle sind Sanierungsarbeiten nötig.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
    schließen

Nach dem Auszug des Impfzentrums steht die Uelzener Stadthalle für Events wieder bereit. Vorerst zumindest. Diskutiert wird eine Wieder-Eröffnung von Impfzentren. Außerdem: Die Halle ist sanierungsbedürftig.

Uelzen – Die Kabinen, in denen Arztgespräche geführt und Injektionen gesetzt wurden, sind wieder abgebaut. Nach fast zehn Monaten, in denen die Uelzener Stadthalle als Impfzentrum diente, steht sie wieder als Kultur- und Veranstaltungsstätte zur Verfügung. Vorerst zumindest, so muss es formuliert werden.

Am gestrigen Abend wurde die Stadthalle erstmals wieder in anderer Form genutzt – Bernd Hinz, Geschäftsführer der zuständigen Stadthallen GmbH, berichtet von einer geschlossenen Gesellschaft. Ihre Türen für eine erste öffentliche Veranstaltung soll sie am kommenden Montag, 8. November, öffnen – der neue Uelzener Rat will sich dann dort ab 18.30 Uhr konstituieren.

Der Kulturkreis, der zurzeit das Theater an der Ilmenau wegen der laufenden Sanierungsarbeiten nicht nutzen kann, hat sich bereits Termine gesichert: „Wir planen am 3. Dezember ein Live-Hörspiel in der Stadthalle“, schildert Kulturkreis-Geschäftsführerin Birte Ebermann. Die Stadthallen GmbH erklärt: Derzeit seien insgesamt 15 Veranstaltungen bis zum Jahresende vorgesehen. Für 2022 gebe es bereits 33 Reservierungen.

Kommt es womöglich aber ganz anders? Laut „Rheinischer Post“ fordert der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angesichts steigender Corona-Infektionen und Fällen von Impfdurchbrüchen, kaum dass die Impfzentren im Bundesgebiet geschlossen sind, ihre Wieder-Eröffnung. Die Länder sollten sie erneut startklar machen, wird Spahn zitiert. Gestern Vormittag lag noch kein Ersuchen des Landes bei der Stadt dazu vor.

Unabhängig davon: Die Stadthalle ist in die Jahre gekommen. Ihr Abriss war sogar schon beschlossene Sache, bis sich Ende 2018 Uelzens Politik für eine Sanierung aussprach. Seinerzeit wurden bereits erste Summen genannt, die die Stadt für einen Weiterbetrieb in die Hand nehmen müsste. Mit 2,8 Millionen Euro wäre die Stadthalle für weitere 15 Jahre in Schuss zu halten, mit 5,7 Millionen Euro für 33 Jahre. Angesichts jährlicher Preissteigerungen in der Baubranche ist davon auszugehen, dass die Beträge nicht mehr ausreichen werden. Auf AZ-Nachfrage heißt es dann auch: Zurzeit könnten noch keine konkreten Aussagen zu den Kosten getroffen werden. Die Politik habe zu beraten. „Dafür werden voraussichtlich Berechnungen für verschiedene Varianten eine Grundlage bilden.“

Immerhin: Für die gut zehn Monate, in denen die Stadthalle als Impfzentrum genutzt wurde, hat das Land Miete bezahlt. Wie hoch die monatlichen Zahlungen waren oder welche Gesamtsumme zusammenkam, dazu will die Stadthallen GmbH, eine Tochter Stadt Uelzen, die die Beträge erhielt, keine Auskunft erteilen. Es erfolgt der Hinweis: „Die Mieteinnahmen fließen der Stadthallen GmbH zu. Die Sanierung wird die Hansestadt Uelzen durchführen.“

Verfügt hatte die Uelzener Politik Ende 2018, dass schon mal 200 000 Euro für Planungsleistungen in den Haushalt eingestellt werden. Aufträge für Planungen seien bislang, so die Auskunft, aber nicht erteilt worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare