Großfeuer in Lüneburg: Technisches Hilfswerk seit gestern im 24-Stunden-Einsatz

Uelzener sichern den Stint

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Bootsführer Constantin Fischer (rechts) mit Gruppenführer Matthias Krause (links) sind aus Uelzen zum Großbrand in Lüneburg angerückt. Gemeinsam mit Lüneburger THW-Kollegen brachten sie ein Uelzener Boot für Löscharbeiten in Position.

Uelzen/Lüneburg. Die Zufahrten zum Lüneburger Stintmarkt sind abgesperrt, der Rauch hat sich über dem gesamten Wasserviertel ausgebreitet.

Auf einen 24-stündigen Einsatz haben sich gestern die Uelzener Kräfte des Technischen Hilfswerks in Lüneburg eingestellt, um die Löscharbeiten nach dem Brand eines Fachwerkhauses an der Lüneburger Kneipenmeile zu unterstützen.

Nach bisherigen Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass es in der Nacht zu gestern gegen 3.50 Uhr im Erdgeschoss eines italienischen Restaurants am Anfang des Stintmarktes zu einer Gasexplosion gekommen ist. Das denkmalgeschützte Haus direkt an der Ilmenau, in dem im Untergeschoss ein Irish Pub und im oberen Bereich Wohnungen untergebracht waren, ist durch das Feuer komplett zerstört. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen von Polizeisprecher Kai Richter in Millionenhöhe. Menschen wurden bei dem Feuer nicht verletzt.

Ins brennende Gebäude kamen die Feuerwehrleute nicht hinein, erklärte der Lüneburger Feuerwehrsprecher Daniel Roemer. „Wir versuchen also, von allen Seiten von außen Wasser auf das Gebäude zu bringen“, sagte er. Stundenlang richteten Einsatzkräfte der Feuerwehr Schläuche mit Löschwasser auf das Gebäude – von der Straßenseite und auch aus dem Fenster des benachbarten Hotels. Gestern Nachmittag gab es noch immer Brandnester im Gebäude. Um diese auch von der Ilmenau aus gezielt löschen zu können, haben die 16 Uelzener Helfer spezielle Ponton-Boote bereitgestellt sowie vorsorglich für die auch bei Dunkelheit andauernden Arbeiten einen Beleuchtungsmast und ein Aggregat nach Lüneburg gebracht, so der Uelzener Ortsbeauftragte Karsten Steinmann.

Für den Fall, dass das Fachwerkgebäude gestützt werden sollte, hatte eine Gruppe eine Holzkonstruktion vorbereitet. Die Uelzener Ortsgruppe ist die einzige in Niedersachsen, die mit diesem Gerüst ein Gebäude stützen kann. Am Nachmittag war klar, dass es doch nicht mehr benötigt würde, da dem Gebäude ohnehin der Abriss droht. Stattdessen wurde ein Einsatz-Sicherungssystem aus Remscheid angefordert, berichtet Steinmann. Es soll die Helfer im Einsatz schützen, indem es die Bewegung einsturzgefährdeter Gebäudeteile überwacht. Hochbau-Ingenieur Stefan Brixner aus Uelzen war dafür als Fachberater vor Ort.

Die Ermittlungen zur Brandursache liefen gestern auf Hochtouren. Die Polizei schloss weder einen technischen Defekt noch Brandstiftung aus. Das Wasserviertel war gestern evakuiert worden. Eine großräumige Absperrung soll noch aufrecht erhalten bleiben.

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