Feierlichkeiten am Sonnabend geplant / AZ-Ausstellung in Stadtbücherei

Uelzener Sage in Bronze: Ulenköper-Denkmal wird 50

+
Viele Uelzener wie Hella Schulze haben schon mehr als einmal an dem blanken Geldstück des Ulenköper-Denkmals gerieben. Die Taschen sollen dann immer mit Geld gefüllt sein.

Uelzen. Es ist eine Sage, die weit über die Uelzener Stadtgrenzen hinaus bekannt ist: Ein cleverer Bauer überlistete einen Kaufmann, indem er ihm drei Eulen als Birkhähne verkaufte. So soll es sich einst in der Hansestadt zugetragen haben.

Das Ulenköper-Denkmal erinnert seit 50 Jahren an die so überlieferte List des Burschen. Bürger haben 1967 das Denkmal von Künstler Karl-Heinz Goedke der Stadt geschenkt, nachdem Peter Cordes die Idee hatte, ein neues Wahrzeichen für Uelzen zu schaffen.

Die Bronzeskulptur zeigt den Kaufmann und den Bauern mit seinem Sack voll Eulen und erinnert an der St. Marien-Kirche an die Sage. Wohl kein Uelzener Denkmal hat in den Folgejahren so viel ungeteilte Zustimmung der Bürger gefunden, die es auch anlässlich des Weinmarktes oder des Weihnachtsmarktes als atmosphärischen Mittelpunkt empfinden. Es gehört auch heute noch zu den am häufigsten fotografierten Objekten im historischen Stadtkern. Die meisten Uelzener – und sicher jeder Tourist, der des Weges kommt, haben schon einmal an dem blanken Geldstück in der Hand des Kaufmanns gerieben. Wer daran rubbelt, der hat immer genügend Geld in der Tasche, heißt es.

Das alles ist Grund genug, das beliebte Denkmal zu ehren und anlässlich seines 50. Geburtstages am Sonnabend, 6. Mai, ein Fest an der St-Marien-Kirche zu feiern. Der Verkehrsverein Uelzen lädt alle Uhlenköper und Eulenfreunde dazu ein. Los geht es um 10.30 Uhr direkt am Denkmal an der Kirche.

Vorgesehen ist ein Auftakt durch die Jagdhornbläser der Schützengilde und eine kurze Ansprache des Vereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Bertram. Historisch gekleidete Marktfrauen verteilen an die Besucher kleine Aufmerksamkeiten.

Im Anschluss an den Festakt wird um 11 Uhr in der Stadtbücherei die 194. AZ-Ausstellung zum Jubiläum eröffnet. Gezeigt werden die verschiedenen Denkmalmodelle, die seinerzeit zur Auswahl standen. Bildhauer, Maler und heimische Künstler hatten damals Entwürfe eingereicht, doch keiner hatte den eigens für das Denkmal gegründeten Ausschuss vollends überzeugt. Dann kam der Künstler Karl-Heinz Goedke ins Spiel, der bereits das Eulenspiegel-Denkmal in Mölln geschaffen hatte – und überzeugte mit seiner Interpretation der Sage.

Die Bürger wollten ein volkstümliches Denkmal haben – und das hatte Goedke ihrer Meinung nach perfekt umgesetzt. Außerdem sind einige alte Dokumente zu sehen, die von Christian Meyer, dem früheren Vereinsvorsitzenden, zusammengestellt wurden.

Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung, die bis zum 27. Mai zu sehen sein wird, sind zehn vergrößerte Federzeichnungen des Uelzener Künstlers Georg Lipinsky, welche die Uhlenköpergeschichte mit plattdeutschen Untertiteln darstellen.

Von Sandra Hackenberg

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare