Zuckerpreis erholt sich leicht

Uelzener Rübenanbauer tagen: Hoffnung auf Regen

Vorsichtig optimistisch: Nordzucker-Vorstandsvorsitzender Lars Gorissen während der gestrigen Winterversammlung in der Uelzener Jabelmannhalle.
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Vorsichtig optimistisch: Nordzucker-Vorstandsvorsitzender Lars Gorissen während der gestrigen Winterversammlung in der Uelzener Jabelmannhalle.

Uelzen – Der Vorstandsvorsitzende des Nordzucker-Konzerns, Dr. Lars Gorissen, hat den Uelzener Rübenanbauern Hoffnung auf eine Erholung des Zuckerpreises an den Märkten gemacht.

Gorissen sagte auf der Winterversammlung des Rübenanbauer- und Aktionärsverbandes Nord (RAN) und der Nordzucker in der Jabelmannhalle: „Die Entwicklungen sind sehr positiv. Im Geschäftsjahr 2019/2020 wird ein erhebliches Defizit von zehn Millionen Tonnen Zucker weltweit erwartet. Die Zeit extremer Überschüsse ist vorbei. “.

Gorissen unterstrich, dass die Preise für Zucker im Januar „sehr deutlich“ gestiegen seien, der Trend setze sich im Februar fort. Das sei gut für das Unternehmen, die Aktionäre und Rübenanbauer, auch wenn sich der Preis nicht „explosiv“ erhole. Nach 60 Millionen Minus 2018 werde das Unternehmen auch im Geschäftsjahr 2019/2020 rote Zahlen schreiben, aber nicht in der Höhe des Vorjahres.

Er erwarte, dass man nach „zwei Jahren Tiefstpreisen in die schwarzen Zahlen“ komme. Daran habe auch das Kostensenkungsprogramm in Produktion sowie bei Personal- und Sachkosten seinen Anteil. Gorissen kündigte Klima-Anstrengungen an: Bis 2030 will der Konzern, der in sieben EU-Staaten produziert, seine Werke von der Kohleenergie auf Gas umgestellt haben: „Das wird eine Menge Geld kosten.“

Die in Uelzen versammelten Landwirte, die mit Gorissen den 2019 vollzogenen Einstieg des Braunschweiger Konzerns bei dem Zuckerrohrverarbeiter „Mackay Sugar“ diskutierten, hörten einen umfassenden Bericht über die beendete Kampagne. RAN-Geschäftsführer Stefan Büsching und Georg Sander, Leiter des Agricenter der Nordzucker in Uelzen, hielten fest, dass der Regen in der zweiten Jahreshälfte 2019 in der Region Zuwachs in der Rübenmenge, nicht aber beim Zuckerertrag gebracht habe. Büsching stellte klar, dass der 2018 fehlende Regen wiederholt auch 2019 seinen Niederschlag gefunden habe: „Der Zuckergehalt blieb unterdurchschnittlich.“

An 124 Tagen waren danach in Uelzen 2,4 Millionen Tonnen Rüben verarbeitet worden. Sander, der unterstrich, dass die technische Verfügbarkeit der Fabrik bei 100 Prozent gelegen habe, bedankte sich ausdrücklich bei den Logistikern. „Es war eine problemlose Kampagne.“

Büsching betonte, dass „die Zuckerrübe nur mit hohen Erträgen auch bei den marktbedingt gesunkenen Rübenpreisen zum Betriebseinkommen beitragen kann“. So sei die Wirtschaftlichkeit des Anbaus zwar vielfach noch gegeben. „Die Rübe liegt aber gegenüber anderen Ackerfrüchten nur noch leicht im Vorteil“, sagte Büsching.

„Ich habe von der Rübe die Schnauze voll“, betonte dagegen ein erzürnter Landwirt. Ein anderer warf dem eigenen Verband Schönfärberei vor. Gorissen riet zur Mäßigung: „Es ist eine schwere Zeit für uns alle.“

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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