„Wer zieht meisten Nutzen daraus?“

Uelzener Ratsfraktionen äußern sich zum UWG-Antrag zu autofreien Marktstraßen

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Ganz in Ruhe etwas trinken oder essen – ganz ohne Motorenlärm. Das soll nach einem Antrag der UWG-Ratsfraktion, zumindest in den Sommermonaten, bald in Uelzens Innenstadt möglich sein.

Uelzen – Am Sonnabend titelte die AZ „Marktstraßen: Autofreie Zone?“ und bezog sich auf einen Antrag der UWG-Ratsfraktion, der die Marktstraßen während der Sommermonate an den Wochenenden zu einer autofreien Zone machen soll.

Betroffen sind die Lüneburger-, Veerßer- und Gudesstraße, die sonnabends im Anschluss an den Markt für Kraftfahrzeuge gesperrt bleiben sollen – bis Sonntagabend 22 Uhr.

Ralf Munstermann von der antragstellenden Fraktion begründete den Schritt: „Es können Veranstaltungen auf der Kreuzung am alten Rathaus stattfinden. Und die Menschen in den Außenbereichen der Gastronomie sitzen nicht mehr im Verkehr.“

Nun haben sich auch die anderen Volksvetreter aus dem Stadtrat gegenüber der AZ zu Wort gemeldet. So lehnt WIR für Uelzen eine Änderung des Konzeptes ab und verweist dabei auf den bereits im Jahr 2010 gescheiterten Versuch, eine Fußgängerzone dauerhaft einzurichten. Die Argumente seien nach wie vor gültig, heißt es in einer Stellungnahme. Außerdem verweist die Wählergemeinschaft auf die Zahlen zu Umsatzeinbußen und Überlastung der Nebenstraßen, die noch von vor neun Jahren vorliegen würden.

Klaus Knust (SPD) und Karl-Heinz Günther (CDU) lehnen den Antrag dagegen nicht grundsätzlich ab und wollen jeweils mit ihren Fraktionen das Für und Wider diskutieren und abwägen. Knust hält den Antrag für einen „interessanten Ansatz“ und Günther für eine „vom Grundsatz her gute Idee“. Der CDU-Mann erinnert sich auch noch an 2010: „Damals wurde es frühzeitig abgebrochen, doch man muss gewisse Dinge auch mal neu bewerten.“ Das Stadtmarketing solle sich damit befassen und Vor- und Nachteile abwägen, so Karl-Heinz Günther weiter. „Wer zieht am meisten Nutzen daraus?“ Das sei eine wichtige Frage. Parkmöglichkeiten hingegen sehe er genug in Uelzen, beispielsweise im relativ neuen Marktcenter.

Karl-Heinz Schmäschke, Vorsitzender der Grüne/FDP/Linke/Piraten-Gruppe, berichtet, dass ein eigener Antrag zu einer „Sommerstraße“ in Vorbereitung sei. Dieser solle ausschließlich die Veerßer Straße betreffen und dort auch nur den Durchgangsverkehr ausschließen. „Wer da ein Eis essen will, soll da auch weiterhin parken können“, sagt Schmäschke. „Es wird schon viel ruhiger sein, wenn die mit der lauten Musik und dem kaputten Auspuff nicht mehr durchfahren.“

Ein komplettes Fahrverbot sieht der Grüne kritisch: „Nur mit Leuten können wir die Straßen nicht füllen“, und eine leere Innenstadt wolle er nicht.

VON ANDREAS URHAHN

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