„Es ist, wie es ist“

Uelzener Rathaus ist eine Baustelle – Regressansprüche verjährt

In 120 der 140 Büros im Rathaus müssen die Decken verstärkt werden. Gut 100 Räume haben die Bauarbeiter um Ibrahim Akgül noch vor sich.
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In 120 der 140 Büros im Rathaus müssen die Decken verstärkt werden. Gut 100 Räume haben die Bauarbeiter um Ibrahim Akgül noch vor sich.

Uelzen – Aus dem Urlaub zurück, betonte Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt gestern in einem Pressegespräch sogleich, dass weder ihm noch anderen Kollegen im Rathaus die Decke auf den Kopf gefallen sei.

Damit spielte er auf die derzeit laufenden Deckensanierungsarbeiten an. Es sei laut im Rathaus und man sei über die Situation „nicht erfreut“, aber „es ist, wie es ist“. Die Sicherheit der Menschen gehe vor.

Wie berichtet, müssen im Rathaus die Decken in 120 der 140 Büroräume vorsorglich mit Gipskartonplatten verstärkt werden, damit kein weiterer Putz abbröckelt, wie in zwei Räumen geschehen. Prophylaktisch werde nun in allen 120 Zimmern gehandelt, die eine verputzte Stahlbetondecke haben.

Die Reparaturmaßnahmen im Rathaus am Herzogenplatz, das 1996/97 gebaut wurde, werden voraussichtlich etwa 200.000 Euro kosten. Auf diesen Kosten wird die Stadt wohl eher sitzen bleiben, denn Gewährleistungsansprüche kann sie wegen Verjährung nicht mehr geltend machen. Dennoch „ist die Stadtverwaltung aufgrund von Art und Umfang des Schadens, der jetzt nach 22 Jahren nach Fertigstellung des Rathauses auftritt, an die Baufirma herangetreten“, teilt Pressesprecherin Ute Krüger auf AZ-Anfrage mit. Ergebnisse dieser Gespräche müsse man abwarten.

Im September 2018 war festgestellt worden, dass in einem Büroraum der Putz von der Decke bröckelte. Später dann das gleiche Bild in einem anderen Büro, ein weiteres wurde wegen Rissen im Deckenputz gesperrt.

Die Arbeiten sollen Mitte September beendet sein. Nicht betroffen sind das Bürger- und das Standesamt, die Stadt- und Touristinformation sowie das Foyer und sämtliche Flure. In den anderen Bereichen müssen Besucher und Mitarbeiter mit Beeinträchtigungen leben. Sollten Büros zeitweise nicht besetzt sein, erhalten Gäste an der Info im Foyer oder in den Nachbarbüros Auskunft.

VON ULRIKE MEINEKE

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