Amtsgericht verurteilt Angeklagten zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung

Uelzener randalierte bei G 20 – Jugendlicher erhält Bewährungsstrafe

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Für seine Beteiligung an den G20-Krawallen in Hamburg wurde ein Jugendlicher aus dem Landkreis Uelzen am Montag zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Uelzen. Ein Jahr und sechs Monate Haft auf Bewährung. Diese Strafe hat das Amtsgericht Uelzen am Montag gegen einen noch nicht einmal 16 Jahre alten Jugendlichen aus dem Landkreis Uelzen verhängt.

Richterin Claudia Hagemann sieht es als erwiesen an, dass der Jugendliche an den G20-Krawallen im Juni vergangenen Jahres beteiligt war – und das nicht unerheblich.

Verurteilt wurde der Jugendliche in der nichtöffentlichen Sitzung wegen Landfriedensbruchs und schweren Landfriedensbruchs, also „Gewalt gegen den öffentlichen Frieden oder die öffentliche Ordnung“. Solche Strafen werden verhängt, wenn beispielsweise Geschäfte geplündert werden – und die Höhe der Strafe spricht für eine massive Beteiligung des Jungen aus dem Landkreis.

Welche Delikte der Verurteilte genau begangen hatte, wollte Amtsgericht-Direktor Andreas Borchers am Montag mit Hinweis auf den besonderen Schutz von Jugendlichen nicht mitteilen. Auch über das genaue Alter des Uelzeners, ob 14 oder 15 Jahre alt, wollte das Gericht keine Angaben machen. Wie der NDR berichtet, wurde dem Jugendlichen neben Landfriedensbruch auch ein Angriff auf Polizeibeamte vorgeworfen.

Eigentlich werden die Anklagen rund um die massiven Krawalle während des G20-Gipfels vor Hamburger Gerichten verhandelt. „Doch weil es sich um eine Jugendsache handelt, ist das Gericht des Wohnortes zuständig“, erklärt Borchers.

Insgesamt wurden in Hamburg bislang über 40 Urteile gegen G20-Randalierer verhängt – in der Regel mit empfindlichen Strafen. Der Gipfel in Hamburg war das zwölfte Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer.

Von Sandra Hackenberg

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