Alteingesessener leidet unter dubiosem Mitbewerber

Uelzener Polsterer Gerd Lindloff ärgert sich: „Übel für alle ehrbaren Handwerker“

Gerd Lindloff in seiner Werkstatt in der Grabenstraße. Der Polsterer berichtet von völlig verunsicherten Kunden, seitdem ein anderes Unternehmen mit überzogenen Preisen und fragwürdigen Methoden seinem Geschäft nachgeht.
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Gerd Lindloff in seiner Werkstatt in der Grabenstraße. Der Polsterer berichtet von völlig verunsicherten Kunden, seitdem ein anderes Unternehmen mit überzogenen Preisen und fragwürdigen Methoden seinem Geschäft nachgeht.

Uelzen – „So etwas kann man doch mit den Leuten nicht machen, schon gar nicht mit den Senioren“, sagt Gerd Lindloff. Der alteingesessene Uelzener Polsterer spricht ruhig und besonnen. Doch man merkt ihm den Ärger und die Enttäuschung an.

Das Problem: Ein anderes Unternehmen sorgt mit drastisch überhöhten Preisen (AZ berichtete) für Verunsicherung unter den Kunden.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Polsterei Lindloff mehr als 17 Jahre ihren Unternehmenssitz dort hatte, wo die andere Firma seit einigen Monaten residiert: „Viele Leute denken, dass es einen Zusammenhang gibt, aber mit denen habe ich nichts zu tun.“

Und das will Gerd Lindloff, der seinen Betrieb 2018 in die Grabenstraße umgesiedelt hat, auch um nichts in der Welt: „Eine ältere Dame kam zu mir, sie wollte eine kleine Fußbank neu beziehen lassen. Die anderen wollten 580 Euro haben. Für die Arbeit konnte man aber mit gutem Gewissen nur 60 Euro verlangen.“

Offenbar kein Problem für das andere Unternehmen, das einer Seniorin für die Reinigung eines Sessels und eines Teppichs samt minimaler Reparaturen 1500 Euro in Rechnung stellte: „Sollen die Kunden doch ein Gegengutachten erstellen lassen“, so der Geschäftsführer auf Anfrage der AZ. Direkten Kontakt hatten auch Lindloffs: „Die haben auch hier bei uns angerufen, um unsere Preise in Erfahrung zu bringen. Bis zu fünf Mal täglich. Wir haben die Nummern gesperrt, nachdem der Anrufer mich beschimpfte und sagte, ich solle gefälligst die Preise herausrücken“, erinnert sich Ehefrau Marion Lindloff.

Eine Kundin habe am Telefon geweint und berichtet: Mehrere stämmige Männer der anderen Firma seien nach einem Telefonat in ihre Wohnung gekommen, hätten unter sämtliche Teppiche geschaut und ihr Angst gemacht: „Da sind Milben drin, Sie werden krank.“ Immer wieder melden sich nun verunsicherte Kunden bei Lindloffs: „Was ist denn bei Ihnen los, so kennen wir Sie gar nicht.“ Eine Verwechslung.

Gerd Lindloff möchte, dass die Sache endlich ein Ende hat: „Das ist eine ganz üble Sache für die ehrbaren Handwerker in unserer Stadt.“

VON MICHAEL MICHALZIK

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