Mit Kamera auf Streife

Uelzener Polizisten erhalten jetzt Bodycams

Die Kameras werden an der Uniform der Polizisten angebracht.
+
Die Kameras werden an der Uniform der Polizisten angebracht.

Uelzen – Die Uelzener Polizei erhält für Einsätze auf der Straße nun sogenannte Bodycams. Die kleinen Videokameras, die an der Uniform angebracht werden, können tätliche Angriffe auf Polizeibeamte, Beleidigungen oder auch aggressives Verhalten festhalten.

„Wir stehen kurz vor der Einführung der Technik in Uelzen“, sagt Ralf Munstermann, Leiter des Uelzener Polizei-Streifendienstes, im AZ-Gespräch. Er gehe davon aus, dass in drei bis vier Monaten Beamte mit Bodycams in Uelzen auf Streife gehen werden.

Den Einsatz von solchen Bodycams ermöglicht hat eine Novelle des Gefahrenabwehrgesetzes in Niedersachsen. Für den Bereich der Polizeidirektion Lüneburg, die acht Landkreise umfasst, waren zunächst ein paar wenige solcher Kameras zu Testzwecken angeschafft worden. Sie kamen vor allem in bevölkerungsreicheren Städten zum Einsatz (AZ berichtete). Nun werden sie auch in der Fläche genutzt.

Die Polizeibeamten haben ihrem Gegenüber mitzuteilen, dass sie die Kamera einschalten. Einsätze mit Bodycams im Streifendienst hätten gezeigt, dass es dann in diesen Momenten „zu einer wundersamen Heilung“ komme und plötzlich Personen nicht mehr provozierend oder aggressiv auftreten würden, so Munstermann. Bodycams haben damit auch eine abschreckende Wirkung.

Munstermann hat in der Vergangenheit gegenüber der AZ bereits mehrfach den Einsatz solcher Kameras bei der Polizei begrüßt – die Ordnungshüter würden sich zunehmend mit Menschen konfrontiert sehen, die keinen Respekt und keine Achtung mehr vor der Polizei hätten. Vor allem unter Alkohol- und Drogeneinfluss komme es verstärkt zu gewaltbereitem Verhalten.

Die neue Technik soll so in Uelzen unter anderem auch bei Kontrollen in der Uelzener Partyszene an der Gudesstraße genutzt werden. Dort zeigt die Polizei nach einem Anstieg von Körperverletzungen und Rohheitsdelikten seit dem Frühjahr massive Präsenz – das hat bereits dazu geführt, dass inzwischen die Fallzahlen wieder gesunken sind.

VON NORMAN REUTER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare