„Gehen absolut auf Nummer sicher“

Uelzener Pflegepersonal muss beim kleinsten Zweifel zuhause bleiben

In der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg hat ein Pfleger gearbeitet, obwohl er unwissentlich mit dem Coronavirus infiziert war. Er hatte Kontakt zu 26 Personen.
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In der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg hat ein Pfleger gearbeitet, obwohl er unwissentlich mit dem Coronavirus infiziert war. Er hatte Kontakt zu 26 Personen.

Uelzen/Dannenberg – Der Fall eines Krankenpflegers, der vorige Woche in der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik trotz einer Corona-Infektion gearbeitet hat, hat hohe Wellen geschlagen. Einige Medien (nicht die AZ) behaupteten sogar, der 34-Jährige habe vorsätzlich gehandelt.

Eine Behauptung, die sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft als unzutreffend herausgestellt hat.

Doch die Frage bleibt: Wie gehen Betreiber von Kliniken und Wohnheimen mit ihren Teams während der Corona-Krise um? Ab wann wird zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern eingegriffen? „Wir gehen absolut auf Nummer sicher“, betont Heiner Mc Neil, Leiter der Seniorenresidenz Uelzen: „Mitarbeiter, die mit möglichen Infizierten in Kontakt gekommen sind, müssen sofort zu ihrem Hausarzt gehen, damit ein Abstrich gemacht wird. Das geht schnell, weil Pflegekräfte dankenswerterweise Vorzug erhalten.“

Alle Mitarbeiter seien gehalten, ständig auf mögliche Symptome zu achten: „Das läuft super, es sind alle sehr sensibilisiert.“ In jedem Fall schicke man einen Mitarbeiter lieber erst einmal nach Hause.

Ähnlich sieht es im Helios-Klinikum aus: „Unser wichtigstes Anliegen ist es, unsere Patienten und Mitarbeiter vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus zu schützen. Wenn unsere Mitarbeiter Infektionszeichen aufweisen oder ungeschützten Kontakt zu einem COVID-19-Patienten hatten, sind sie angehalten, sich umgehend bei ihrem Vorgesetzten zu melden und sich im Zweifelsfall vom Dienst abzumelden“, erläutert Dr. Jens Schaumberg, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung für Neurologie: „Wir entscheiden im Einzelfall, ob Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet werden müssen. Die betroffenen Mitarbeiter bleiben in häuslicher Quarantäne, bis das Ergebnis des Abstriches vorliegt. Sie werden erst wieder im Klinikum eingesetzt, wenn der Test negativ ausfällt oder sie symptomfrei sind.“ In der Capio-Klinik in Dannenberg hatte der Pfleger Kontakt zu 26 Personen, davon 18 Patienten, so die Kreisverwaltung. Bislang gebe es zu keinem von ihnen ein positives Testergebnis.

VON MICHAEL MICHALZIK

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