Ein Druckmittel gegen Eigentümer

Uelzener Ortsrat und Bürger kritisieren Pläne zur Bebauung von Hafen-Ost

Die Planungen für das neue Gewerbegebiet Hafen-Ost gegenüber dem bestehenden Hafen sollen durch ein Umlegungsverfahren voranschreiten. Daran gibt es Kritik.
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Die Planungen für das neue Gewerbegebiet Hafen-Ost gegenüber dem bestehenden Hafen sollen durch ein Umlegungsverfahren voranschreiten. Daran gibt es Kritik.

Uelzen-Masendorf – Man war sich einig im Ortsrat von Masendorf, Molzen und Riestedt: Das Gebiet Hafen-Ost sei wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region.

Zustimmen könne man dem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan jedoch nicht, so der Tenor der Sitzung am Mittwoch.

Er wolle den Plänen „keine Steine in den Weg legen“, sagte etwa Karl-Heinz Schmäschke, stellvertrender Ortsbürgermeister von den Grünen. Trotzdem lehne er den Beschluss ab, da er nicht mit dem vom Stadtrat beschlossenen Umlegungsverfahren zur Gewinnung eines Gewerbegebiets einverstanden sei. Bei diesem Verfahren landen alle Flächen in einem Topf, werden zugeschnitten und anschließend nach den bisherigen Besitzverhältnissen den Eigentümern wieder zugeordnet.

„Ich habe inzwischen festgestellt, dass die Stadt nicht wirklich Interesse hat an einem sinnvollen Verfahren“, kritisierte auch Wilhelm Spangenberg (SPD). Zwar gebe es tatsächlich keine Grundstücke zu kaufen, die Stadt gehe aber auch nicht auf Vorschläge von den Eigentümern ein. „So geht unsere Stadt mit uns um“, seufzte Spangenberg resigniert.

„Wir gehen weiterhin davon aus, dass diese Gebiete einfach nicht nötig sind“, sagte Ortsbürgermeister Henning Gröfke (CDU) bezüglich des Bebauungsplans für den östlichen Abschnitt des Hafens-Ost. Gröfke bezog sich dabei auf ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten, nach dem keine hohe Nachfrage an Ansiedlungen von Firmen zu erwarten sei. „Wir sehen definitiv den Bedarf“, hielt Michael Kopske von der Bauaufsicht dagegen. „Wir sind mittlerweile am Hafen-West an der absoluten Kapazitätsgrenze.“

Überzeugen konnte dies die Ratsmitglieder nicht. Bei einer Enthaltung stimmten sie einstimmig gegen den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan – zur Zufriedenheit der anwesenden Bürger. Das Umlegungsverfahren sei „nur ein Druckmittel“, findet etwa der Molzener Matthias Rathjens.

Gestern tagte außerdem der Ausschuss für Zukunftsplanung zum Hafen-Ost.

VON DANIEL BIELING

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