Zwei Uelzener müssen sich unter anderem wegen räuberischer Erpressung vor dem Landgericht Lüneburg verantworten

Angst vor dem Vater: Spärliche Aussage eines Zeugen

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Symbolfoto

aja Uelzen/Lüneburg. Räuberische Erpressung, Bedrohung und Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft den beiden 25 und 26 Jahre alten Männern aus Uelzen vor, die seit September auf der Anklagebank im Lüneburger Landgericht sitzen.

Gestern hatte eines der mutmaßlichen Opfer vor der 3. Großen Strafkammer seine Aussage machen sollen, die jedoch dürftig ausfiel.

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Bewährung bleibt fraglich

Anklage: 3000 Euro erpresst

Schon im September 2011 sollen ihn drei Männer vor einer Uelzener Gaststätte bedroht haben, von denen einer einen Gegenstand in der Hand gehalten habe, der wie eine Waffe aussah, so die Anklage. Hintergrund der Tat sollen Spielschulden gewesen sein, die von den Angeklagten eingetrieben werden sollten. Doch weder das Opfer noch dessen Bruder wollten als Zeugen konkrete Angaben zur Tat machen. Beide fürchten, ihr Vater könne etwas von der Spielsucht des einen Bruders erfahren. Weil die Angaben der zwei Brüder bei der Polizei aber weit umfangreicher waren, blieb Richterin Sabine Philipp nichts anderes übrig, als die dürftigen Details in der gerichtlichen Aussage zu hinterfragen.

Aufgrund der genannten und weiterer Bedrohungen durch die Angeklagten soll das Opfer wenige Tage später 3000 Euro an sie gezahlt haben. Das Verfahren gegen den dritten Mann, der mit den Angeklagten bei dem Vorfall dabei war, wurde bereits eingestellt – er war in einem anderen Zusammenhang inzwischen vom Hamburger Landgericht zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Beihilfe zum Mord verurteilt worden (die AZ berichtete). Die für die jetzt verhandelte Tat zu erwartende Strafe stehe weit hinter der vom Landgericht Hamburg verhängten Strafe zurück, erklärt dazu Dr. Volker König, Sprecher am Landgericht Lüneburg.

Einer der beiden Angeklagten soll außerdem im Januar 2012 und März 2013 jeweils vor einer Uelzener Gaststätte mehrere Männer durch Faustschläge verletzt haben, beide Angeklagte gemeinsam sollen im März 2013 einen ihnen unbekannten Mann erst bedroht und dann mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Für Rechtsanwältin Wiebke Schröder, die eines der Opfer als Nebenkläger vertritt, stehen die Folgen der Gewalttat im Mittelpunkt: Ihr Mandant habe im Januar 2012 erhebliche Gesichtsverletzungen von der Begegnung mit den Angeklagten davongetragen, die ihn bis heute beeinträchtigen. Der Prozess soll Ende dieses Monats fortgesetzt werden.

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