1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Nach Brand an der Albrecht-Thaer-Straße in Uelzen: Drei Wochen ohne Toilette in der Wohnung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Norman Reuter

Kommentare

Ritual nach dem Waschen am Morgen: Katharina Winterhoff trägt Eimer mit Schmutzwasser zum Gully.
Ritual nach dem Waschen am Morgen: Katharina Winterhoff trägt Eimer mit Schmutzwasser zum Gully. © Reuter, Norman

Nach einem Kellerbrand Ende Mai in einem Mehrparteienhaus an der Albrecht-Thaer-Straße in Uelzen (AZ berichtete) ist die Geduld von Mieterin Katharina Winterhoff gestern Morgen aufgebraucht. Seit gut drei Wochen nun habe sie in ihrer Wohnung nicht mehr die Möglichkeit, sich ohne Aufwand zu waschen oder auf die Toilette zu gehen, sagt sie. Schlimm sei das vor allem für ihre drei Kinder. Sie findet: Ihr Vermieter müsse nun endlich reagieren.


Uelzen – Grund für die missliche Lage sind bei dem Brand entstandene Schäden: Laut Winterhoff sind die Rohre für die Abwasser geschmolzen oder zerstört worden. Ein Blick in den Keller zeigt völlig verrußte Räume. An den Wänden fehlen die Rohre.

In Winterhoffs Wohnung werden zurzeit fürs Waschen oder Spülen Eimer unter die Becken gestellt. Toilettengänge seien in einem Nachbargebäude in einer leerstehenden Wohnung möglich, die der Vermieter zur Verfügung gestellt habe, so Winterhoff. „Es gibt aber nur einen Schlüssel“, sagt sie. Wollten beispielsweise betroffene Nachbarn ihrer Notdurft nachgehen, müssten sie bei ihr klingeln. Der Weg bis zur Toilette sind etwa 90 Meter über den Hof. „Das ist besonders nachts toll“, sagt Winterhoff.

Drei Wohnungen seien von den Schäden betroffen – insgesamt 13 Menschen, schildert die 47-Jährige. Angebote hat es gegeben, vorübergehend in Ferienwohnungen oder Hotels zu ziehen. „Im Sommer? Du findest nichts“, meint Winterhoff. Ein betroffener Nachbar hat vorübergehend eine Wohnung bezogen, deren Eigentümer verreist waren. „Die kommen jetzt zurück“, zeigt sich der Nachbar ratlos.

Laut Winterhoff war für Montag ein Reparatur-Dienst angekündigt. Gekommen sei dieser nicht. Vom Vermieter werde sie vertröstet.

Bei dem Vermieter handelt es sich um die Vulpes Immobilien Management GmbH. Sie verweist gestern gegenüber der AZ auf die zur Verfügung gestellte Wohnung für Toilettengänge und auf das Angebot, dass Mieter in Hotels ziehen könnten. Zudem sei den Betroffenen für den entsprechenden Zeitraum eine Minderung der Nettokaltmiete in Höhe von 100 Prozent zugesagt worden. Das Reparatur-Team soll nun heute die Arbeit aufnehmen. (Nachtrag der Redaktion: Wie vom Unternehmen angekündigt erfolgte die Reparatur am heutigen Donnerstag, 23. Juni. Die Mieter können ihre Bäder wieder nutzen. Das berichtet Katharina Winterhoff.)

Auch interessant

Kommentare