Von Woche zu Woche

Uelzener Marketing-Wirrwarr

Zwei „dicke Brocken“ hatte der Uelzener Stadtrat auf seiner Sitzung vergangenen Montag zu stemmen: Die Einführung von Ganztags-Grundschulen und die Verabschiedung des Haushaltes 2015, in dem ein Loch von über neun Millionen Euro klafft.

Zwei völlig verschiedene Themen, die doch viel miteinander zu tun haben. Denn angesichts dieses dramatischen Defizits ist es für die Stadt Uelzen wichtiger denn je, sich auf die Kernaufgaben zu konzentrieren und diese irgendwie finanziell noch zu stemmen.

Da ist zum einen das Thema Wirtschaft, den Ausbau des Hafens haben Kommunalpolitiker nicht ohne Grund als elementar wichtig hervorgehoben. Dann ist da die Steigerung der Attraktivität des Standortes auch für junge Familien, die Schaffung von Ganztags-Grundschulen war ein wichtiges Signal.

Eine dritte Säule aber muss das Stadtmarketing sein. Und da präsentiert sich Uelzen zumindest nach außen konfus. Während in anderen Städten sämtliche Maßnahmen an zentraler Stelle gebündelt werden, ist für den Außenstehenden kaum zu erkennen, wer in Uelzen eigentlich wofür zuständig ist.

Da gibt es eine „Wirtschaftsförderung aktiv“, die dem Kreis unterstellt, aber irgendwie auch für die Stadt zuständig ist, da gibt es eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft WFG, die auch den Citymanager bezahlt, da gibt es eine Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt, die Veranstaltungen bekannt macht und begleitet.

Doch wer um Besucher, Investoren und Bürger werben will, der braucht klare Strukturen im Marketing, einen festen Etat und handelnde Personen, die Fantasie haben, wie man die Stadt aufstellen und voranbringen kann – kurzum: eine Organisation mit einem kreativen Kopf an der Spitze.

Die Sache muss im Vordergrund stehen, der Wille, mit möglichst großer Geschlossenheit Uelzen gut aufzustellen. Denn nur so lässt sich in Zeiten tiefroter Zahlen noch etwas bewegen. Dass das möglich ist, wenn alle über ihren Schatten springen, hat die Entwicklung in Sachen Ganztags-Grundschulen gezeigt.

Von Thomas Mitzlaff

Rubriklistenbild: © Koller

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