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Uelzener Kreistag: Klares Nein gegen Neubaustrecke der Bahn

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Von: Norman Reuter

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Deutsche Bahn Gueterzug
Eine etwaige Neubaustrecke, womöglich durch den Stadtwald, kommt für den Kreistag nicht infrage. © Oliver Berg

Der Uelzener Kreistag hat sich bei seiner Sitzung vor der Sommerpause klar gegen eine etwaige Neubaustrecke der Bahn durch den Landkreis Uelzen ausgesprochen.

Uelzen/Landkreis – Bekannt gewordene Überlegungen der Bahn, diese sogar durch den Uelzener Stadtwald zu führen, verurteilte der Kreistag „aufs schärfste“ und erklärte, dass Protestaktionen im Landkreis unterstützt werden sollen. Die Bahn wird zudem aufgefordert, zu den Ergebnissen des Dialogforums „Schiene Nord“ zurückzukehren.

Wobei Jörg Hillmer, CDU-Kreistagsabgeordneter und Mitglied des Landtages, zu bedenken gab, dass das letzte Wort bei Schienenbau-Projekten der Deutsche Bundestag habe: „Das ist unser Adressat, der Bundestag und die Bundesregierung“, so Hillmer.

Wenn nun, was im Zusammenhang mit der anstehenden Landtagswahl zu erwarten sei, Bundespolitiker den Weg in die Region finden würden, müssten sie ohne Ausnahme gefragt werden, wie sie zu Neubaustrecken stünden. Es müsse Farbe bekannt werden, sagte Hillmer.

Hillmers Fraktionskollege Ulf Schmidt meinte: Mit den jetzt bekannt gewordenen Plänen verspiele die Bahn jedes Vertrauen. „Gegen eine Neubautrasse müssen wir aufstehen“, so Schmidt weiter.

In die gleiche Kerbe schlug auch Karl-Heinz Günther (CDU): „Was da läuft, ist der Horror. Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen.“

Andreas Dobslaw (UWG) sagte, in der Frage, wie sich zusätzliche Gleiskapazitäten schaffen ließen, gebe es unterschiedliche Auffassungen. Hier dürfe sich aber die Region nicht auseinanderdividieren lassen, sondern müsse zusammenstehen.

Der Antrag zur Resolution in Sachen Bahn kam von der SPD-Fraktion. Deren Vorsitzender Jan Henner Putzier führte aus, dass gegen groben Unfug eine klare Kante gezeigt werden müsse. Die ihm bekannten Varianten seien unfassbar. Mit einer möglichen Trasse westlich der Bestandsstrecke würden Landschaften zerschnitten, werde Uelzen vom Fernverkehr abgehängt, an der Bestandsstrecke selbst werde es keine Besserung beim Lärmschutz geben. „Da fasst man sich an den Kopf“, so Jan Henner Putzier.

Die Resolution erhielt 37-Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen von Markus Jordan und Katja Schaefer-Andrae (beide Grüne). Schaefer-Andrae begründete ihre Haltung damit, dass man sich in den entscheidenden Punkten einig sei, letztlich habe sie sich wegen des vom Kreisausschuss formulierten Wortlautes der Resolution enthalten. Darin würden jeglichen Neubautrassen eine Absage erteilt, dabei gelte es doch, am Ende die bestmögliche Bahnanbindung und Trassenführung für alle Bewohner des Landkreises zu finden.

Hintergrund:

Zum Dialogforum Schiene Nord mit Vertretern von Kommunen, Bürgerinitiativen, den Ländern Bremen, Niedersachsen und Hamburg sowie der Bahn war es 2015 im Zusammenhang mit Plänen gekommen, im norddeutschen Raum mehr Gleiskapazitäten zu schaffen. Damals von der Bahn vorgestellte Pläne für Neubautrassen fanden im Forum keine Mehrheit, dafür sprach man sich mehrheitlich für einen Ausbau von Bestandsstrecken aus. Es entstand der Begriff Alpha-E. Nach Jahren der weiteren Beratungen haben jetzt Bürgerinitiativen erklärt, die Bahn verfolge nun doch wieder eine eigenständige neue Trasse durch den Kreis als Umfahrung für die Orte.

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