Gedankenspiele zur Zukunft des Grundstücks an der Veerßer Straße

Uelzener Kreishaus-Areal als Familienquartier

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Das zurzeit noch genutzte Kreishaus an der Veerßer Straße in Uelzen. Es ist mehr als 60 Jahre ist alt. Ein Neubau soll an der Eschemannstraße errichtet werden. Damit wird die Verwaltung umziehen und ein Areal steht zur Verfügung. Fotos: nre/Priv.

Uelzen/Landkreis – Noch ist kein Stein für das neue Kreishaus gesetzt worden. Aber: Es gibt bereits Gedankenspiele dazu, was aus dem Areal an der Veerßer Straße mit dem alten Kreishaus werden soll, wenn die Verwaltung dort ausgezogen sein wird.

Claus-Dieter Reese, Ex-Vorsitzenderder gwk

Claus-Dieter Reese, ehemaliger Vorsitzender des Aufsichtsrates von Uelzens Wohnungsbaugesellschaft gwk, hat dem Landrat Heiko Blume sowie den beiden großen Fraktionen im Kreistag, SPD und CDU, nun seine Vorstellungen kundgetan. Demnach sollte das Areal der Wohnungsbaugesellschaft überlassen werden – mit dem Ziel, dass dort bezahlbarer Wohnraum entsteht.

Es sollten dort mindestens zu 75 Prozent Mietwohnungen gebaut werden, „die sich auch die Familien einer Krankenschwester, eines Handwerkers, eines Polizisten und so weiter erlauben können“, sagt Reese. Wohnraum für Familien im Herzen der Stadt werde Uelzen beleben, argumentiert er. Und Bedarf an Wohnungen in Uelzen werde es sicher geben, wenn die Autobahn 39 gebaut sei.

Für Reese ist die gwk der Garant dafür, dass Wohnungen zu bezahlbaren Mieten angeboten werden. „Würde man das Grundstück an Private vermarkten, entstehen dort hochpreisige Miet- und Eigentumswohnungen, die sich kein Normalbürger leisten kann.“ Und der Vorteil auch: Die Wohnungsbaugesellschaft gehöre zu 90 Prozent dem Landkreis Uelzen, damit bleibe das Grundstück kommunales Eigentum.

Jens Boetel, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, nennt Reeses Vorstoß, „gut“ und „sehr perspektivisch“, um den Wohnungsmarkt weiter zu entwickeln. Boetel kann sich vorstellen, dass ein Wohnquartier mit Stadtteiltreff ähnlich wie der „Treff am Kö“ entsteht. Auch über neue Wohnformen könne nachgedacht werden, sagt Boetel. Detaillierte Gespräch zu einer etwaigen Überlassung des Grundstücks, wie von Reese angeregt, habe es aber bisher mit dem Landkreis noch nicht gegeben.

Dass Reese den Vorschlag macht, kommt nicht von ungefähr: Mehr als 30 Jahre saß er in dem Kontrollgremium der kommunalen Wohnungsgesellschaft, war von 1988 bis Sommer 2017 Vorsitzender des Aufsichtsrates. Er wolle nun zur rechten Zeit die Diskussion um das Grundstück eröffnen, sagt der Bad Bodenteicher. Für einen Umzug der Verwaltung und einem anschließenden Abriss des alten Kreishauses muss das neue Domizil an der Eschemannstraße allerdings noch hochgezogen werden. Wie der Landkreis zuletzt in seinem öffentlichen Bautagebuch zum neuen Kreishaus erklärte, befinde man sich in Gesprächen mit Firmen, die sich um einen Bau des Verwaltungsgebäudes beworben haben.

VON NORMAN REUTER

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