Keine Spur von Besitzer

Uelzener Kornnatter findet Asyl

Satt und zufrieden: Die etwa 50 Zentimeter lange Kornnatter, die am Sonnabend in Uelzen gefunden wurde, fühlt sich in der Auffangstation in Wessenstedt pudelwohl. Foto: Petersen

UELZEN/WESSENSTEDT -  Sie hatte sich am Sonnabend in einem Vorgarten an der Heinrichstraße in Uelzen geschlängelt. Doch die dort von Anwohnern entdeckte Kornnatter (AZ berichtete) ist ungiftig und völlig harmlos.

Allerdings hat sich der Besitzer der etwa 50 Zentimeter langen Würgeschlange bis gestern noch nicht bei der Polizei gemeldet, erklärt Kai Richter, Pressesprecher der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Zurzeit befindet sich die Kornnatter in der Auffangstation in Wessenstedt, wohin die Polizei sie gebracht hatte.

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Dagegen erlebt Kreisveterinär Dr. Jörg Pfeiffer bei seiner Arbeit weitaus gefährlichere Tiere. Zum Beispiel eine vierbeinige Spezies mit scharfen Zähnen: Hunde. „Von denen bin ich schon mehrfach gebissen worden“, erinnert sich Pfeiffer nur ungern.

Das ist aber auch die einzige Tierart, die den Kreisveterinär jemals angegriffen hat. Selbst so exotische Tiere wie Vogelspinnen können ihn nicht schocken – im Gegenteil: „Vogelspinnen sind gar nicht gefährlich. Ihr Biss schmerzt ungefähr so wie ein Wespenstich“, erklärt Pfeiffer. Viel größer sei aber das Risiko einer Wundinfektion als Folge des Bisses. Diese müsse mit Antibiotika behandelt werden.

Entspannt blickt Pfeiffer auch auf andere zoologische Raritäten, die sich so mancher im Kreis Uelzen als Haustier hält. Leguane, Geckos, Boas – all das kommt ihm bei seiner Arbeit regelmäßig unter. „Es gibt immer mehr Leute, die Reptilien halten. Das scheint gerade in Mode zu sein“, hat er festgestellt. Doch wenn die Tiere ordnungsgemäß gehalten und gefüttert würden, bestehe für den Menschen keine Gefahr.

Ganz im Gegensatz zu dem Erlebnis, das Pfeiffer vor ein paar Jahren hatte. Damals sollte er die Haltung eines Alligators überprüfen, den ein Zirkus in Uelzen zur Schau stellen wollte. „Die Besitzerin hat zu mir gesagt: ,Sie können ruhig zu ihm ins Becken gehen, der ist nicht gefährlich.‘ Darauf habe ich dann aber doch verzichtet“, erzählt Pfeiffer schmunzelnd.

Sehr ungewöhnlich war für ihn auch ein Schreiben, das ihm einst auf den Schreibtisch flatterte. Darin beantragte ein Mann die Haltung eines giftigen Skorpions. „Das haben wir ihm aber untersagt“, betont Pfeiffer. Die Gefahr, die von dem Giftstachel hätte ausgehen können, sei zu groß gewesen. Ohnehin kann Pfeiffer nicht nachvollziehen, warum Privatpersonen giftige Tiere halten wollen. „Ich hoffe jedenfalls, dass es im Kreis Uelzen keine gibt.“ Seite 7

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