Einem hohen Patientenaufkommen steht ein eigener hoher Krankenstand gegenüber

Uelzener Klinikum ist nur bedingt aufnahmefähig

+
Sämtliche Fachabteilungen sind derzeit im Uelzener Helios-Klinikum hoch ausgelastet.

Uelzen – Kliniken in der Region kämpfen mit hohem Patientenaufkommen bei gleichzeitigem eigenen hohen Krankenstand. Zum Teil führt das zu Engpässen in der Versorgung.

Aktuell sei etwa die Zahl der Patienten für das Helios-Klinikum in Uelzen „sehr hoch“, teilt Klinik-Sprecherin Sonja Mengering auf Anfrage mit. Hinzu komme ein „saisonal bedingt“ hoher Krankenstand in der Pflege, zudem habe man bisher nicht alle offenen Stellen besetzen können.

„Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, die geriatrische Behandlung unserer Patienten vorläufig zu pausieren“, erklärt Mengering. Dabei handele es sich um keine Akutversorgung. In medizinisch vertretbaren Fällen habe man die Patienten entlassen, ansonsten seien sie innerhalb des Hauses oder in eine andere Einrichtung verlegt worden.

Auch im Gifhorner Helios-Klinikum sei das Patientenaufkommen im Dezember und Januar „äußerst hoch“ gewesen, so Mengering. „Zudem war der Krankenstand in der Pflege so hoch, dass er nicht vollständig kompensiert werden konnte. „Daher war das Klinikum an einigen Tagen nur eingeschränkt aufnahmefähig.“

Die drei Helios-Häuser in Gifhorn, Uelzen und Wittingen suchen derzeit allesamt Pflegepersonal und wollen dem Fachkräftemangel mit Personalgewinnungskampagnen sowie Fort- und Weiterbildungsprogrammen begegnen. Erfreulicherweise, so Mengering, gebe es Bewerbungen. In Uelzen und Gifhorn bilden die Kliniken selbst Pfleger aus.

Laut Mengering betrifft die hohe Auslastung „sämtliche Fachabteilungen“. Eine Grippewelle sei bisher nicht Ursache der hohen Auslastung.

In der medizinischen Fachpresse hieß es kürzlich, Niedersachsens Krankenhäuser seien „in Nöten“ – die Zahl der Kliniken mit negativem Jahresergebnis steige. Wie sieht man bei Helios die wirtschaftliche Situation der drei Häuser in Wittingen, Uelzen und Gifhorn? Laut Mengering sind die Standorte Gifhorn und Uelzen „wirtschaftlich solide“. Und: „Durch den Sicherstellungszuschlag ist auch der Klinikstandort in Wittingen gesichert.“ Den Zuschlag zahlen die Kassen an Kliniken, die für die Basisversorgung in dünn besiedelten Regionen nötig sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare