Suche nach „karierten Maiglöckchen“

Uelzener Jugendhilfe muss umziehen – Neue Unterkunft an der Dieterichsstraße

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Von außen ist das Gebäude in der Dieterichsstraße schon hübsch gemacht. Von innen wird alles ab 1. Juli, den Wünschen der Jugendhilfe entsprechend, umgebaut.

Uelzen – Der Uelzener Verein Jugendhilfe arbeitet seit 28 Jahren mit meist straffälligen Jugendlichen in der alten Lagerhalle an der Ripdorfer Straße. Doch das Gebäude soll abgerissen werden, um Platz für etwas Neues zu schaffen. Der Verein muss umziehen.

Mit welchen Schwierigkeiten es der Geschäftsführer Dieter Kratzert bei der Suche nach einer neuen Heimat zu tun bekommen hat und was das Ganze mit „karierten Maiglöckchen“ zu tun hat, erklärt er im AZ-Gespräch.

„Die Suche nach einer neuen Unterkunft hat sich als äußerst schwierig erwiesen“, berichtet Dieter Kratzert. Die Ansprüche des Vereins seien hoch, was sich in den unterschiedlichen Angeboten begründe, denen die betreuten Jugendlichen nachgehen könen. „Wir brauchen einen Werkstattbereich, Garagen, Parkplätze für die Mitarbeiter, es muss schon zentral liegen und natürlich finanzierbar sein.“ Der letzte Punkt – die Miete – ist das größte Hindernis. „Es gestaltet sich ein wenig wie die Suche nach karierten Maiglöckchen“, verdeutlicht der Geschäftsführer die Unmöglichkeit des Unterfangens. Und doch wurde man fündig: an der Dieterichsstraße 33.

Das Noch-Domizil wurde damals ganz im Sinne des Vereins umgestaltet. „Wir haben die allerletzten Zonenrandfördermittel erhalten. Das waren 280 000 Mark.“ Das Geld ließen die Sozialarbeiter der Stadt Uelzen zukommen, die damit den Umbau der einstigen Lagerhalle für Möbel und Kohle finanzierten. „Dadurch war die Mietbelastung für dieses schöne Gebäude erträglich. Das Geld haben wir jetzt sozusagen abgewohnt.“

Die 40 bis 50 Jugendlichen pro Jahr werden zurzeit in drei Gruppen aufgeteilt. Es gibt eine Werkstattgruppe, eine Sportgruppe und eine Trialgruppe. Doch dieses Angebot könne nicht aufrechterhalten werden: „Wir haben zwar ein neues Gebäude gefunden, das auch für uns finanzierbar ist, doch dort werden wir nicht genug Platz für eine Werkstatt haben“, bedauert Dieter Kratzert. Die für die Trialgruppe benötigte, kleine Motorradwerkstatt, könne aber wieder eingerichtet werden.

Bis zum 31. Dezember müsse die alte Halle verlassen werden. „Wir können ab 1. Juli anfangen, das neue Gebäude nach unseren Vorstellungen umzubauen. Das ist machbar“, gibt Kratzert sich zuversichtlich. Bis zum 30. Juni laufe noch ein alter Mietvertrag an der Dieterichsstraße, wo der Verein bald zu Hause sein wird. „Oben in dem Gebäude befindet sich noch eine Jugendwohngruppe, so dass es ein Haus der Jugend sein wird.“

VON ANDREAS URHAHN

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