Der letzte Weg

Uelzener Hospiz am Stadtwald gewährt Einblicke

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Sie heißen Opala, Katara oder Dancer – die Lamas, mit denen Wiebke und Werner Schröder zum Hospiz kommen.

Uelzen – Das Haus am Uelzener Stadtwald ist für Menschen die letzte Station. Das Personal spricht von „Gästen“, nicht von Bewohnern, wie Karsten Hüttig, der im Uelzener Hospiz für die Aufnahme und den Sozialdienst zuständig ist, berichtet.

Er und Kollegen gewähren am Sonnabend beim Hospiztag Einblicke in die Einrichtung.

Wenn in der häuslichen Umgebung eine Betreuung für Sterbende nicht möglich ist und ein Krankenhaus keine stationäre Behandlung mehr anbieten kann, weil keine Aussicht mehr auf Heilung besteht, ist die Unterbringung in einem Hospiz oft die letzte Möglichkeit. Cicely Saunders, bekennende Christin und Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin, hat den Satz geprägt: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Etwas mehr Leben in die letzten Tage bringt an jeweils dem ersten Wochentag eines Monats der Besuch von Werner Schröder mit seinen Lamas im Hospiz. Lamas verbreiten – ähnlich wie Delfine – eine große Ruhe, sind abwartend, sensibel, intelligent, gutmütig und werden von den Hospiz-Gästen, die oft bisher keine Kontakte zu Lamas hatten, mit Neugier begrüßt.

Führte durch die Einrichtung: Karsten Hüttig.

„Es ist zwar ein Haus des Advent-Wohlfahrtswerkes“, schildert Hüttig am Sonnabend, „es gibt jedoch keine konfessionelle Beschränkung bei den Gästen und auch nicht bei den Arbeitnehmern.“ Die einzige Einschränkung, die er macht, ist die, dass die Nachfrage weit höher ist als die Anzahl der im Hospiz zur Verfügung stehenden elf Zimmer und er dadurch je nach Sachlage entscheiden muss.

Erinnerung an die „Gäste“ des Hospizes – eine Stele auf dem Außengelände.

Geschäftsführerin Manuela Remmert kann verkünden, dass gerade in der vergangenen Woche fünfzehn ehrenamtliche Sterbebegleiter ihren dreimonatigen Vorbereitungskurs mit Praktikum im Hospiz abgeschlossen hätten und nun dem noch jungen „Ambulanten Hospizdienst“ wöchentlich zwei, drei Stunden zur Verfügung stehen werden. Für den Herbst ist erneut ein solcher Kurs geplant. Für diesen Kurs sucht Silvia Meineke als Koordinatorin weitere Ehrenamtliche, die sich zutrauen, Menschen in ihrem häuslichen Umfeld zu besuchen und gegebenenfalls auch zu betreuen, bei denen abzusehen ist, dass sie nur noch kurze Zeit zu leben haben. Silvia Meineke freut sich über eine Kontakt-Aufnahme unter der Telefonnummer (05 81) 97 1 6 5 6 22.

Referent beim Hospiztag: Eli Diez-Prida.

Unter dem Aspekt des Ablebens steht auch der Vortrag des Pastors i.R. Eli Diez-Prida am Nachmittag. Unter der Überschrift „Vorsorge treffen“ erläutert er interessierten Zuhörern Grundsätzliches zu den Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung. Für viele sind seine Auskünfte Grund zum Nachdenken, denn alle Verfügungen, die älter sind als drei Jahre, haben keine vernünftige Grundlage mehr und müssten aktualisiert werden, um den gesetzlichen Ansprüchen zu genügen.

VON FOLKERT FRELS

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