DRK-Rettungssanitäter Heiner Guevarra

Uelzener hilft ehrenamtlich im Epizentrum des Erdbebens in Haiti

2018 half Heiner Guevarra nach einem Erdbeben in Indonesien (links), 2015 ebenfalls nach einem Erdbeben in Nepal. Seit
Donnerstag ist er nun im Karibikstaat Haiti im nächsten ehrenamtlichen Katastropheneinsatz.
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2018 half Heiner Guevarra nach einem Erdbeben in Indonesien (links), 2015 ebenfalls nach einem Erdbeben in Nepal. Seit Donnerstag ist er nun im Karibikstaat Haiti im nächsten ehrenamtlichen Katastropheneinsatz.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Nach dem verheerenden Erdbeben heute vor einer Woche in Haiti ist inzwischen medizinische wie logistische Hilfe auch aus Deutschland in dem Karibikstaat eingetroffen. Auch DRK-Rettungssanitäter Heiner Guevarra aus Holdenstedt ist seit Donnerstag unweit des Epizentrums ehrenamtlich im Einsatz.

Uelzen – Heiner Guevarra hat schon mehrere strapaziöse Auslandseinsätze absolviert, um dort zu helfen, wo die Not nach Naturkatastrophen oder Epidemien am größten war: Als das Ebolafieber 2014 im westafrikanischen Liberia wütete, baute er dort zwei Wochen lang bis zu 16 Stunden am Tag Spezialzelte auf. Nach dem Erdbeben in Nepal Ende April 2015 war er eine Woche lang im Katastrophengebiet. Und im Oktober 2018 half er ehrenamtlich im indonesischen Palu, wo nach einem Erdbeben auf der Insel Sulawesi ein Tsunami fast alles zerstört hatte.

Seit Donnerstag ist Heiner Guevarra aus dem Uelzener Ortsteil Holdenstedt einmal mehr mit der Hilfsorganisation ISAR Germany (International Search and Rescue/deutsch: Internationale Suche und Rettung) unterwegs. Vom Flughafen Köln/Bonn ging es nach Haiti.

Erdbeben der Stärke 7,2

Dort war es heute vor einer Woche – am 14. August – um 8.29 Uhr Ortszeit zu einem schweren Erdbeben der Stärke 7,2 gekommen, wobei das Epizentrum nordöstlich der Großstadt Les Cayes und 125 Kilometer westlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince lag. „Wir sind mittlerweile in Haiti gelandet. Die Sicherheitslage ist angespannt. In einigen Stunden geht es weiter in Gebiete, in die bisher keine Hilfe vorgedrungen ist“, ließ der Uelzener die AZ in Kürze wissen.

Seit acht Jahren engagiert sich Heiner Guevarra als Krisenhelfer bei ISAR Germany. Schon in der Vergangenheit hatte er immer betont: „Angst und Heldentum sind zwei Dinge, die wir überhaupt nicht gebrauchen können. Es ist nicht so, dass wir als die großen Rettungs-Rambos überall hinfliegen und die Welt retten. Und ich habe früh gelernt, dass man nicht alle retten kann. Man muss bei Einem anfangen und sich dann voran arbeiten.“ Das hebräische Sprichwort „Wer nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt“ habe er sich zum Leitmotiv seiner Arbeit bei ISAR gemacht.

Im „Emergency Medical Team“

Der 55-Jährige – Vater von zwei Kindern, Opa von drei Enkelkindern, zum zweiten Mal verheiratet (früher hieß er Fricke) – arbeitet seit 35 Jahren im Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes Uelzen. Hauptberuflich ist er Geschäftsführer der Uelzener Visolaser GmbH, eines Unternehmens für Laserdienstleistungen für die Industrie.

Heiner Guevarra gehört zu einem sogenannten „Emergency Medical Team“, das in Absprache mit dem haitianischen Gesundheitsministerium in den Karibikstaat beordert worden ist. Insgesamt 33 Ärzte, Pflegekräfte und Sanitäter von ISAR sowie Helfer des Fachbereiches Humanitäre Hilfe des Bundesverbandes Rettungshunde (BRH) versorgen die Opfer der Erdbebenkatastrophe und suchen nach Überlebenden.

Feldmäßig eingerichtete Notaufnahme

Patienten werden dabei von den Helfern aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern in einer feldmäßig eingerichteten Notaufnahme mit mehreren medizinischen Fachrichtungen behandelt.

An Bord der Sondermaschine, in der der Uelzener saß, waren auch elf Tonnen Ausrüstung: Medikamente, medizinisches Equipment, Zelte, Liegen und eine Wasseraufbereitungsanlage. Die von den Behörden in Haiti zugewiesene Einsatzstelle des Teams liegt nur wenige Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt. Bislang wurden rund 2200 Todesopfer gezählt. Mindestens 12 000 Menschen wurden verletzt.

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