„Ein dringendes Anliegen“

Uelzener Handwerk sucht Wege zur Nachwuchsgewinnung

„Azubis gesucht!“ Auf dieser Suche befinden sich auch Handwerksbetriebe im Landkreis Uelzen. Programme zur Nachwuchsgewinnung sind aber schon geplant.
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„Azubis gesucht!“ Auf dieser Suche befinden sich auch Handwerksbetriebe im Landkreis Uelzen. Programme zur Nachwuchsgewinnung sind aber schon geplant.

Uelzen/Landkreis – Mit ihren Worten über Nachwuchsgewinnung lief Prof. Antje-Britta Mörstedt als Referentin auf der Dreikönigstagung der Kreishandwerkerschaft Uelzen-Lüchow-Dannenberg offene Türen ein.

Denn dass man auf die junge Generation, die sogenannte Generation Z, zugehen muss, das ist auch den lokalen Handwerksbetrieben in Stadt und Landkreis Uelzen bewusst.

Dabei steht jedoch die Frage nach dem Wie im Raum. Sandra Buss von der Kreishandwerkerschaft Uelzen ermuntert die Betriebe, hinaus und auf die Leute zuzugehen. Man müsse sich auf die Bedürfnisse des Nachwuchses einstellen. Möchte sich jemand beispielsweise kreativ austoben, so müsse der Betrieb diesen Wunsch erfüllen können. Auch Berufsbörsen sind laut Buss ein geeignetes Mittel, um sich als Betrieb zu präsentieren. Hier könne der Nachwuchs mit Auszubildenden oder Gesellen ins Gespräch kommen und mehr aus der Praxis erfahren. Für Buss steht fest: „Das muss in die Köpfe, was Handwerk alles kann.“

Das sieht auch Claudia Schmidt, Kreislehrlingswartin und Friseurmeisterin, so: „Wir sind da am Ball.“ Unter anderem sei der Jobparcours eine gute Möglichkeit, um sich der Generation Z anzunähern. In diesem besuchen Schüler in ihrer Schule verschiedene Stationen, bei denen auch das Handwerk mit Branchen vertreten ist und sich vorstellt. Eine wichtige Herausforderung ist es laut Schmidt außerdem, dass ein Umdenken stattfinden muss. Viele Eltern würden ihr Kind lieber auf einer Universität statt in einer handwerklichen Ausbildung sehen. Hier ein Umdenken herbeizuführen, sei „ein dringendes Anliegen“, so Schmidt.

Dies betont auch Kreishandwerksmeister Horst Saevecke. In der „elternaffinen“ Generation Z seien die Eltern der Dreh- und Angelpunkt. Das Handwerk sei „unsexy“ geworden, so Saevecke. Dieses Image müsse man ändern. Daneben müsse man sich auch an Geflüchtete wenden, denn, so Saeveckes Urteil bezüglich des demografischen Wandels, „ohne Zuwanderung könnten wir ganz einpacken.“

VON DANIEL BIELING

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