Bürgermeister-Wahl in der Hansestadt

Uelzener Grüne: Kein Kandidat, aber Wahlempfehlung für Markwardt

Abschluss der Klausur der Grünen-Fraktion des bayerischen Landtag
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Die Grünen im Landkreis stellen keinen eigenen Kandidaten zur Uelzener Bürgermeisterwahl auf. Sie unterstützen Jürgen Markwardt als parteilosen Bewerber.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Knapp ein halbes Jahr vor der Uelzener Bürgermeister-Wahl erklären die Grünen: Wir schicken keinen eigenen Kandidaten ins Rennen. Stattdessen wird Jürgen Markwardt (parteilos) unterstützt.

Uelzen – Die Grünen werden zur Bürgermeisterwahl in Uelzen keinen eigenen Kandidaten aufstellen. Stattdessen unterstützen sie Jürgen Markwardt bei seinem Ansinnen, als Stadtoberhaupt wiedergewählt zu werden.

Der Grünen-Chef im Kreis, Heiner Scholing, hatte sich noch im September im Gespräch mit der AZ kämpferisch gezeigt, was einen eigenen Kandidaten für den Uelzener Bürgermeisterwahlkampf betrifft. Es müsse der Anspruch der Grünen sein, eine Bewerberin ins Rennen zu schicken, erklärte Scholing seinerzeit. Und er sagt nun: „Uelzen hätte eine grüne Bürgermeisterin verdient. Aber es hat sich niemand angeboten. Dennoch mischen wir uns ein!“

Der Vorstand des Kreisverbandes hat „intensive Gespräche“ mit Wiebke Köpp als Kandidatin der CDU, mit Hubertus Hacke als Bewerber der FDP sowie mit Jürgen Markwardt geführt. „Der Austausch mit den drei Kandidaten war sehr respektvoll, inhaltlich und offen. Damit haben wir ein wichtiges Ziel erreicht. Wir wollen eine Verbesserung der Zusammenarbeit der demokratischen Parteien“, so die Co-Kreisvorsitzende Friederike Hein.

Das Konzept der Parteiunabhängigkeit von Jürgen Markwardt habe die Grünen überzeugt. Hierin liege eine gute Chance, die Zusammenarbeit zu verbessern und Gestaltungsmöglichkeiten auch für die Grünen zu eröffnen, erklärt Heiner Scholing. Auch inhaltlich gebe es bei Fragen des Klimaschutzes, des Radverkehrs und der Bildungsgerechtigkeit Überschneidungen. Entsprechend unterstütze man seine Kandidatur. Ob das als Wahlempfehlung zu verstehen sei, das will die AZ wissen. Heiner Scholing antwortet mit: „Ja, Wahlempfehlung ist das richtige Wort.“

Der 53-jährige Jürgen Markwardt, der seit 2014 Bürgermeister Uelzens ist, hatte im Februar erklärt, dass er wieder für die Wahl bereitsteht. Wie schon vor sieben Jahren wurde er dabei auf Vorschlag der SPD ins Rennen um den Bürgermeisterposten geschickt.

Die Grünen betonen auch: Jürgen Markwardt sei kein grüner Kandidat. Sie wollen ihn nach eigenen Angaben auch nicht kapern. In der Vergangenheit habe es „zahlreiche Entscheidungen der Stadtverwaltung“ gegeben, die von den Grünen deutlich kritisiert würden. Sie verweisen auf Planungen für überdimensionierte Gewerbegebiete, klimaschädliche Abholzungen und Zerstörung von Grünflächen. „Herr Markwardt muss von uns noch tüchtig begrünt werden“, erklären Frederike Hein und Heiner Scholing unisono. Jürgen Markwardt sagt in einer ersten Reaktion: Er freue sich über das Vertrauen, das ihm entgegen gebracht werde. „Ich bin freudig überrascht.“.

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